Was für eine Wonne

editorial

Herzlich willkommen im Wonnemonat Mai – nachdem uns der April in seinen letzten Tagen noch mit Schneeschauern, Gewitter und einstelligen Wärmegraden gerade nochmal die Harke gezeigt hat, genießen wir jetzt Sonne, Spargel, eine herrlich bunte Natur und die Hochsaison im Standesamt.

Aber auch tolle große Events unterschiedlichster Art stehen ins Haus, darunter die 28. Tour de Marsch als größtes Volksradfahren im Norden und der 9. Lüneburger Firmenlauf, der bereits jetzt viele Menschen zu Trainingsrunden in Feld und Flur veranlasst, die Sport sonst nur aus der Bildröhre kennen. Wusstet Ihr eigentlich, wie viele attraktive Freibäder unsere Region zu bieten hat? Auf den Seiten 16 bis 19 findet Ihr pünktlich zum Saisonstart den großen Überblick. Das fünftägige Winsener Stadtfest – diesmal wieder in Eigenregie der Stadt – steht bevor, drei Tage Open R in Uelzen mit Elton John und der geballten Ladung deutscher Chartsgrößen ebenso. Ihr dürft Euch also auf ein ereignisreiches Frühjahr und einen üppig gefüllten stadtlichter-Veranstaltungskalender freuen – den gibt’s übrigens auch als kostenlose App fürs Smartphone.

Bedenkliches tut sich im 500. Jahr des Reinheitsgebotes für unser Bier, denn nachdem nun schon das Pestizid Glyphosat im Bier nachgewiesen wurde, weisen die Grünen im Bundestag unisono mit dem Verband privater Brauereien auf die Risiken des Frackings für unser Trinkwasser hin – abgesehen vom Bier unser wichtigstes Nahrungsmittel.

Nahrungsmittel und deren „Mindesthaltbarkeit“ ist auch Thema von Reportage und Stammtischfrage in dieser Ausgabe. Unvorstellbare Mengen völlig einwandfreier und hochwertiger Lebensmittel landen täglich ungeprüft im Müll, nur weil ein aufgedrucktes Datum suggeriert, sie könnten schlecht sein. Meist völlig unbegründete Angst.

Noch was zum Thema Angst: Eine interessante Antwort gab der „Hamburger Türke“ Kerim Pamuk dem Abendblatt kürzlich auf die Frage nach Angst vor der massiven Zuwanderung und ob denn die Religion die Integration erschwere: „Wenn man die Flüchtlinge als Menschen ernst nimmt, dann nicht. Es marschiert ja nicht der Islam über die Balkanroute hier ein, sondern Schutzsuchende. Wenn sie Perspektiven erhalten, wird die Religion das kleinste Problem sein. Aber wenn sich Gettos bilden oder die Menschen jahrelang in Flüchtlingsheimen leben müssen, werden sie sich mehr dem Glauben zuwenden“.

Und wenn man aktuell die Welle über die Kunstform Satire und den Kollegen Böhmermann reflektiert, drängt sich die Frage auf, ob es außer persönlichen Gekränktheiten nicht genug wirklich drängende Problemfelder in der Welt gibt, von Terror über Krieg, Hunger und Erdbeben, die nach Aufmerksamkeit und vor allem nach Handeln rufen.

Wie kriegt man nun die Kurve von Nachdenklichem zu Fröhlichem? Ganz einfach: Unsere Kultur und unser Miteinander bei Arbeit, Freizeit, bei Feiern, Festen, Sport und Musik sind das, was uns stark macht. In diesem Sinne können wir Euch nur ans Herz legen, macht mit, geht los, sucht und genießt die Gemeinsamkeiten!

Eure stadtlichter