Partys und Prädikate

editorialDie wilde 13 – eine ausgelassene Party soll es werden zum 13. Geburtstag der stadtlichter am 13. Februar in der Garage. Mit tollen Licht-, Laser- und Projektions- Effekten, einheizenden Live-Einlagen unseres Lieblingsdrummers Henning Thomsen und dem Motto „All you can dance“, serviert von DJ Hardy und DJ Naujoks, wird die Garage beben.
Einen schönen Grund, Uelzens Innenstadt demnächst in eine Partymeile verwandeln
zu lassen, gab Uelzens Bürgermeister Marquardt während des Neujahrsempfangs bekannt: Die Zucker- und Nachbarstadt Uelzen darf sich nun auch (wieder) Hansestadt nennen. Einen Hafen hatte Uelzen zur Hansezeit zwar noch nicht vorzuweisen, dennoch sei die Stadt aber schon damals zu Zeiten der Verleihung der Stadtrechte von Handel geprägt gewesen. Dem Handel wird das Prädikat Hansestadt insofern dienen, dass es die Bemühungen um den Ausbau des Fremdenverkehrs unterstützen wird.
Auch Lüneburg, Salz-, Hanse-, Universitäts- und Weihnachtsstadt, ist bald um ein weiteres Prädikat reicher: Kant-Stadt Lüneburg. Die weltweit größte Sammlung zum Leben des Philosophen Immanuel Kant (1727-1804) – bisher in einem Museum in der Ruhrmetropole Duisburg beheimatet – wechselt nach Schließung des dortigen Museums nach Lüneburg und stellt das Ostpreußische Landesmuseum vor neue He- rausforderungen. Dorthin gehen nämlich die Kunstschätze des Königsbergers Kant plus eine Sammlung von Werken der ebenfalls aus Königsberg stammenden Käthe Kollwitz – als Dauerleihgabe. Ein Zugewinn für eine lebendige Museumsstadt.
Apropos Herausforderungen: Ganz besondere haben zurzeit alle diejenigen zu mei- stern, die mit den vor Krieg und Verfolgung Geflüchteten zu tun haben. Nicht genug damit, dass erwartungsgemäß auch Kriminelle und so genannte Wirtschaftsflücht- linge unter ihnen sind und den wirklich Not leidenden einen Bärendienst erweisen, auch das Gezänk in der großen Politik ist ein Bärendienst, der die vielen Tausend ehrenamtlichen Helfer demotiviert und außerdem nationalistische Strömungen mas- siv unterstützt. Wir haben vor vielen Jahren den Abbau der Schranken an den Grenzübergängen zu den nächsten europäischen Nachbarn im Norden, Westen und Süden erlebt, schließlich den Fall der Mauer und der DDR-Grenze gefeiert, auf der Oder- brücke mit polnischen Grenzern aus Freude über den Anschluss Polens an Europa getanzt. Diese Freizügigkeit der Menschen und der Waren – im Schengen-Dokument festgehalten – ist eine wertvolle Errungenschaft – und das nicht nur aus Kurzsicht des Urlaubers. Es wäre schade, wenn die Europäische Idee an etwas scheitern würde, woran sie eigentlich wachsen könnte.
In diesem Sinne wünschen wir uns und Euch, dass die besonnenen Stimmen stets die Oberhand behalten und nicht die lautesten. Es sei denn, es dreht sich ums Helau- Rufen der Pappnasen aller Länder.

Eure stadtlichter…