Offroad-Trip im Orient

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Andreas Bornholdt bereiste mit seiner Freundin den Oman

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Der 51-Jährige liebt das Reisen. Mit seiner Familie bereiste er früher Europa mit dem Wohnmobil. „Aber Frankreich, Spanien und Italien sind zur warmen Jahreszeit verdammt voll”, meint er. „Auf den Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen steht man immer Auto an Auto und guckt sich auf die Reifen. Europa ist einfach zu eng, auch die Straßen.” So suchte er mit seiner Lebensgefährtin Kirsten vor ein paar Jahren zur Abwechslung ein Reiseziel außerhalb Europas. Warm sollte es sein – und weitläufig. Damals entschieden sie sich für Namibia, welches sie 2016 mit dem Geländewagen durchfuhren. „Da haben wir für uns entdeckt, dass es die beste Art zu reisen ist”, erinnert sich der Bad Bevenser. Namibia bestach durch tolle, großzügige Campingplätze, ihr Zelt hatten sie direkt auf dem Autodach. „Daraus entstand der Wunsch, wieder so Urlaub zu machen”, erklärt Andreas Bornholdt.Auf den Oman kam er durch Zufall, als er im Internet einen Artikel über die sichersten Länder der Welt las. Das Sultanat Oman rangierte zu diesem Zeitpunkt unter den Top Ten der Welt – eine Überraschung, wenn man bedenkt, dass seine Nachbarländer auf der arabischen Halbinsel Saudi-Arabien und Jemen sind. Ungefähr ein Jahr bereiteten sich Andreas Bornholdt und seine Partnerin auf die Reise in den Orient vor. Um nichts dem Zufall zu überlassen, kontaktierten sie zur Planung eine Agentur, die auf diese Gegend spezialisiert ist. Diese stellte ihnen Material und Karten zur Verfügung. Als Reisezeit wählten sie Ende Februar 2018. „Die beste Reisezeit ist von Herbst bis März, sonst ist es zu heiß, das heißt, 40 Grad oder höher”, erklärt Andreas Bornholdt.

Campingplätze gibt es nicht

Im Oman kann man frei herumreisen, es gibt jedoch keine Campingplätze. „Die Omanis lieben es, am Wochenende herauszufahren, Barbecue zu machen und irgendwo zu zelten. Aber den Begriff „wild campen” kennen sie gar nicht”, berichtet der 51-Jährige. Sie würden quasi immer wild zelten. Als Fortbewegungsmittel wählten sie wieder einen Geländewagen mit Dachzelt. Das Zelt, das einfach auf dem Dach des Autos ausgeklappt wird, ist auch im Oman eine Besonderheit und wurde überall von den Einheimischen neugierig beäugt. Insgesamt 15 Tage waren Andreas Bornholdt und seine Partnerin Kirsten im Oman unterwegs. Die Reise startete mit dem Flugzeug über Doha zur omanischen Hauptstadt Maskat, eine Küstenstadt am Golf von Oman. Von hier fuhren sie mit dem Geländewagen in südwestlicher Richtung in das Hadschar-Gebirge, dessen höchste Erhebungen mehr als 3.000 Meter hoch gelegen sind. Hier merkte das Pärchen schnell, dass es sich mit der Temperatur verschätzt hatte: Waren es tagsüber im Schnitt angenehme 25 Grad, wurde es in den Bergen nachts empfindlich kalt. „Wir haben auf einem Hochplateau gecampt. Als die Sonne weg war, wurde es richtig kalt – ich schätze, es waren noch fünf bis sechs Grad”, erzählt Andreas Bornholdt. Weil sie nachts im Zelt richtig froren, blieb das ihre einzige Nacht in den Bergen. Für ihre Fahrt durch die Sandwüste buchten sich die beiden bereits im Vorwege einen Guide, der sie begleiten sollte. „Da fährt man nicht alleine rein, man kann sich festfahren”, erläutert Bornholdt. Mit Wüstenfahrten hatte er schon durch die Namibia-Reise Erfahrung, dennoch passierte es ihnen unterwegs einmal an einem Strand, dass sie sich zu zweit mit dem Wagen im Sand festfuhren. „Man muss vor der Fahrt in die Wüs-te Luft aus den Reifen lassen bis auf ein Bar, sonst fährt man sich fest”, so Andreas Bornholdt. „Aber ich war zu vorsichtig und habe zu wenig abgelassen.”[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Mit dem Auto festgefahren

Der Bad Bevenser wusste in dieser Situation: Es ist wichtig, nicht in Panik auszubrechen. Seine Lebensgefährtin habe in jeder dieser Situationen Sicherheit ausgestrahlt, erzählt er, und so sei auch er ruhig geblieben. „Einer muss die Ruhe bewahren, Panik ist da doof”, meint er. Da ihr Auto mit der Achse im Sand auflag, musste der 51-Jährige es mit einer kleinen Sandschaufel mühsam frei buddeln. Zur Ausstattung des Wagens gehörten zwei kleine Rampen, die man unter die Reifen legt, um sich wieder aus dem Sand frei zu fahren. „Das Buddeln allein kann eine halbe Stunde bis Stunde dauern. Wir mussten das Ganze dreimal wiederholen”, erinnert er sich. Als sie das Auto schließlich aus dem Sand befreit hatten, brauchten sie weitere rund 20 Minuten, um die grünen Plastikrampen im Sand wiederzufinden. „Man sieht sie nicht gleich, weil dort am Strand überall buntes Plastik herumliegt”, erklärt Bornholdt. Maximal fünf Stunden fuhren die beiden Urlauber pro Tag. Da es schon gegen 19 Uhr dunkel wurde, begannen sie zwei Stunden vorher mit der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz. „Am Anfang haben wir immer sehr lange nach einem Schlafplatz gesucht, weil wir mit der Freiheit total überfordert waren”, erzählt Andreas Bornholdt schmunzelnd. „Man freut sich dann aber langsam über tolle Spots.” Hatten sie einen Platz gefunden, machten sie sofort Feuer, um überhaupt abends sehen zu können. Geschützt durch ihr Dachzelt, musste sich das Pärchen in der Nacht keine Sorgen wegen wilder Tiere machen. Tagsüber sahen sie nur Kamele und Ziegen, außerdem sollte es hier Wüstenfüchse und Oryxantilopen geben, doch denen begegneten sie nicht. „In der Sandwüste haben wir morgens immer viele Spuren gesehen. Nachts kommen die Tiere raus, zumindest Schlangen und Skorpione”, meint Bornholdt. In ihrem Zelt hätten sie sich aber jederzeit geborgen und sicher gefühlt – auch vor Diebstahl, denn der existiert im Oman praktisch nicht. „Es gibt keinen Grund zu klauen, die Omanis leben sehr friedlich”, erklärt der Camper.

Traditionelle Kleidung

Was das Auftreten der Einheimischen angeht, sei ihre Reise wertvoll gewesen, um gängige Vorurteile abzubauen, erklärt Andreas Bornholdt. Zwar liefen die Frauen in schwarz und vollverschleiert und die Männer in ihren hellen Gewändern herum – es sei aber akzeptiert, dass die Touristen dies nicht tun. „Sie tragen diese Kleidung aus ihrer Tradition heraus. Es gibt dort nicht so etwas wie eine Religionspolizei”, weiß er. Auch wenn der Oman ein Wüstenstaat ist, gibt es in dem orientalischen Land einiges zu sehen. Auf der Route von Andreas Bornholdt und seiner Freundin standen neben weiten Wüsten und Stränden sowie den Städten Maskat und Nizwa mehrere Wadis, ausgetrocknete Flussbetten, die von interessanten Steinformationen umgeben sind. Wie im Märchen aus Tausendundeine Nacht fühlte sich Andreas Bornholdt zudem beim Anblick von Oasen, die üppig mit Dattelpalmen, Zitronen- und Orangenbäumen bewachsen sind. „Das sieht wirklich wunderschön aus”, so der Urlauber. Einen Wassermangel gebe es im Oman nicht, da in der Regenzeit die Reservoirs ebenso mit Wasser volllaufen würden wie die Wadis. Die Fortbewegung im Oman muss man sich anders vorstellen als in Europa. Die Reise von Andreas Bornholdt und seiner Partnerin war größtenteils ein Offroad-Trip, verlief also fernab von befestigten Straßen. Oft handelte es sich um Pisten, die schwer auszumachen waren. Deshalb fuhren sie nach GPS-Angaben, die durch wenige Orientierungspunkte wie eine Palmenansammlung oder Dünen ergänzt wurden. Ihre Route hatte ihnen die Reiseagentur im Vorwege ausgearbeitet. Doch GPS und Anhaltspunkte reichten nicht immer: Einmal passierte es den beiden doch, dass sie sich im Gebirge drei Stunden lang verfuhren. Die Ortsnamen, die sie hatten, stimmten manchmal nicht mit denen auf den Schildern überein, außerdem war die Übersetzung ins Englische fehlerhaft. In einem Dorf wollten sie nach Hilfe fragen, was allein durch mangelnde Englischkenntnisse der omanischen Landbevölkerung schwierig sein würde. Zu Andreas Bornholdts Erstaunen schienen die Dorfbewohner aber auch noch nie eine Landkarte gesehen zu haben. „Sie können aber gut ihre Gegend zeichnen, und so haben sie gezeichnet, wo wir sind und wo wir lang fahren können.” Dass die Deutschen es eilig hatten, um vor Einbruch der Dunkelheit am Ziel zu sein, verstanden die Dorfbewohner, die das Pärchen gleich auf einen Kaffee einladen wollten, allerdings nicht. „Sie sind aus Tradition gastfreundlich, und Zeitdruck ist ihnen fern”, berichtet Andre–as- Bornholdt.

Neuer Blick auf die Fremde

Die Begegnungen mit den Omanis waren für den Bad Bevenser und seine Partnerin immer freundlich. Oft näherten sich die Einheimischen dem Paar neugierig und stellten Fragen, grundsätzlich zeigten sie sich sehr deutschfreundlich. „Die Leute sind friedfertig und so nett. Und sie stellen die gleichen Fragen wie wir, warum es den Terror auf der Welt gibt.” Andreas Bornholdt und seine Freundin Kirsten genossen die Freiheit und Weite, die sie im Oman erleben konnten. Unterwegs mit Wasser und Lebensmitteln haushalten und tagelang auf sanitäre Anlagen verzichten zu müssen, erdete das Paar. „Man kommt mit ganz wenig aus, und das macht einen auf seltsame Weise glücklich”, erklärt er. Der Besuch dieses exotischen Landes habe aber auch dazu geführt, die Fremde anders zu betrachten und die Einstellung beispielsweise zum Islam zu ändern. „Wir hatten sehr schöne Begegnungen, das macht weltoffen. Jetzt hat man das Gefühl, bei uns wird alles zu negativ dargestellt.” Er und seine Freundin wollen den arabischen Raum auf jeden Fall noch mal bereisen. (JVE)

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