LEUMAX?

editorial

Nachdem ganz Hamburg mit dem Tag der Eröffnung der viel diskutierten Elbphilharmonie nur noch liebevoll von seiner elphi – vor der jetzt natürlich jeder ein Selfie macht – spricht, keimt bei uns die Hoffnung, dass dieser Effekt mit dem Tag der Eröffnung des neuen Zentralgebäudes der Leuphana im März auch in Lüneburg eintritt: Identifikation mit dem Objekt, das bis eben noch massiv polarisiert hat, sei es wegen seiner eigenwilligen visionären Architektur, sei es wegen der Kosten. Mittels eines sympathischen Kurzwort-Konstruktes aus Leuphana und dem Auditorium Maximum, dem für die 9.500 Studenten wesentlichen Teil des Zentralgebäudes. Werden wir uns also demnächst zur Gala im Leumax treffen? Man darf gespannt sein. Mehr sorgenvoll als gespannt fällt unser Blick immer wieder auf die Weltgeschichte, nachdem sich das türkische Parlament gerade selbst entmachtet hat und Donald Trump auf seinem „Amerika first“-Trip täglich neues Porzellan zerdeppert, sich mit banalen Streitereien über Zuschauerzahlen bei seinem Amtsantritt beschäftigt, die Welt-Handelsstrukturen zum Nachteil der USA infrage stellt und sich mit Journalisten im „Krieg“ befindet. Die Zeiten, in denen sich Europa insgesamt und speziell Deutschland im Schutz einer berechenbaren Großmacht USA friedlich entwickeln konnte, scheinen vorbei. Zum Glück ist Europa inzwischen erwachsen geworden. All das darf uns aber nicht daran hindern, unsere Kultur zu pflegen und weiter zu entwickeln. Mit dem Rücktritt Sigmar Gabriels zugunsten von Martin Schulz gab es ja mal wieder ein hoffnungsvolles Zeichen von politischer Kultur zu registrieren, die ja dank Höcke & Co. so manches Mal verloren zu gehen scheint.

Kultur zu pflegen und zu leben, dazu gibt es direkt vor der Tür genügend Gelegenheiten. Das ganze stadtlichter-Magazin ist heute wieder voll davon, es lebt von der schier unendlichen Vielfalt der kulturellen Angebote dieser Region, in der Offenheit, Toleranz und Miteinander prägend sind. Lasst Euch ein auf das Angebotene in den Theatern, Kinos, Kneipen, Ausstellungen, Konzerten binnen un buten.

In diesem Sinne lasst euch treiben!

Eure stadtlichter