Feiern (mindestens)wie die Bayern

editorial

… das verstehen wir hier im Norden sehr gut, und so haben die bayerischen Festivitäten hier in der Gegend schon richtig Tradition. Lüneburg feiert inzwischen sein 32. Bayerisches Oktoberfest auf den Sülzwies’n, parallel zum Herbstmarkt, mit Musi und Haxn. Noch nicht so lange und noch nicht so zünftig, dafür aber nicht minder ausgelassen tun es auch die Winsener Ende September im Luhepark. Ausgelassen feiern, dazu hatten auch die Akteure der Lüneburg-Soap „Rote Rosen“ allen Grund. Kaum war die 2.500. Folge im Kasten und gefeiert, kam die frohe Botschaft, es geht weiter, zunächst bis Ende 2019. Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen, auch noch nach 2.500 Episoden sehen im Durchschnitt täglich 1.520.000 Menschen die Geschichten um Liebe, Freud und Leid – quasi eine „Dauerwerbesendung“ für Lüneburg. Eine große Zahl steuerte auch das Lüneburger Theater rückblickend auf die Saison 16/17 bei: Über 110.000 Besucher belohnten die Kreativität der Verantwortlichen und die Hingabe aller am Theaterbetrieb Beteiligten. Auch wenn es noch nicht zu schwarzen Zahlen gereicht hat, so ist doch die Akzeptanz des Gebotenen ein herausragender Erfolg. Herzlichen Glückwunsch! Gut lachen haben auch die Macher des OPEN R Uelzen, die Künstler von Sting bis Silbermond begeisterten Zigtausende, und die Festival-Saison ist – wie unser Veranstaltungskalender zeigt – noch nicht zu Ende. Und Indoor können sich die Leute mit Sinn für Hintergründiges und einem Hang zu Komischem richtig erfreuen, denn Stadtlichter präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Konzertveranstalter FKP-Scorpio eine ganze Comedy-Reihe im Salon Hansen, im Vamos und im Kulturforum (Übersicht siehe Seite 28), die euch die dunkle Jahreshälfte erhellen werden. Apropos Theater: Wagt man derzeit einen vorsichtigen Blick auf die Weltbühne, so drängt sich die Frage auf, ob Herbert Grönemeyer Anfang der achtziger Jahre bei seinem Lied „Kinder an die Macht“ schon die Namen der sich wie bockige Kinder ausnehmenden Gestalten wie Trump, Erdogan oder gar Kim Jong schon im Sinn hatte. „Gebt den Kindern das Kommando, sie berechnen nicht, was sie tun“ lauten seine Zeilen. Schön wär’s. Und wo wir gerade schon bei der Politik sind, sei daran erinnert, dass uns Niedersachsen nun zwei Wahlen bevorstehen, die zum Bundestag am 24. September und nun, nachdem sich der Landtag selbst aufgelöst hat, auch die zum Landtag am 15. Oktober. Kurze Statements unserer hiesigen Bundestagskandidaten der im Parlament vertretenen Parteien findet Ihr auf Seite 13. Wir haben also die Wahl. Schön, dass wir ein Wahl-Recht haben. In diesem Sinne wünschen wir Euch erst mal einen ereignisreichen September!

Eure stadtlichter