Editorial

Schlüssel

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Auf der Suche nach dem Schlüssel, der geeignet ist, das Infektionsgeschehen einzudämmen, wird nun die flächendeckende Nutzung von Schnelltests in die Diskussion gebracht. Es gibt Modelle (z.B. in Tübingen), die Mut zu der These machen, dass regelmäßig selbstvorgenommene Tests trotz einer möglicherweise deutlichen Fehlerquote eine Früherkennung und damit eine Unterbrechung der Infektionskette möglich machen könnten. Man könnte es einen weiteren hilflosen Versuch der Regierung nennen – wer aber mag aufstehen und den Schlüssel präsentieren? Irgendwann wird möglicherweise auch das Auf und Ab der Infektionszahlen zum Tagesgeschehen gehören, den gleichen Stellenwert wie Influenza einnehmen (die auch wie zuletzt 2017/2018 als „Ausreißer nach oben” mehr als 25.000 Menschen das Leben kostete) und Corona mit Impfungen und Medikamenten in Schach gehalten werden können. Im aktuellen Geschehen ist jedenfalls die Region Lüneburg, Uelzen, Winsen gut und engagiert gerüstet, das, was an Impfstoff zu ergattern ist, auch zu verimpfen. Ein Bericht aus dem Geschehen des Lüneburger Corona-Impfzentrums ab Seite 6. Randgeschehen: Impftouristen und andere Unberechtigte abweisen, sich Hackern und Betrügern erwehren, gefälschte Impfstoffangebote im Internet stoppen, Zoombombing ahnden, zunehmende Gewalt hinter Haustüren erkennen, illegalen internationalen Welpenhandel unterbinden und vieles mehr. Das flüssige Gold lockt; Interpol-Chef Jürgen Stock warnte kürzlich in der Wirtschaftswoche vor einer „Parallel-Pandemie des Verbrechens“. Es gibt sie bereits.

Als ob das (Über-) Leben für Betroffene nicht schon schlimm genug wäre.

Apropos Schlüssel: Es gibt auch frohe Neuigkeiten zum Thema Schlüssel: Zum Beispiel bei der Großbaustelle Arena Lüneburger Land. Wie die Pressestelle des Landkreises Lüneburg mitteilt, ist die Schlüsselübergabe für die Arena an den Eigentümer Landkreis und an den Betreiber Campus Management GmbH für Ende Juli 2021 geplant. Was in der Veranstaltungshalle dann letztlich umgesetzt werden kann, ist abhängig von Covid-19, an Ideen mangelt es jedenfalls nicht. Ein Nutzer der Arena steht auf jeden Fall in den Startlöchern: Es ist Bundesliga-Volleyball der SVG, der sich aktuell im spannenden Kampf um die Playoff-Teilnahme befindet (Seite 10).

Veranstaltungen unter Vorbehalt. Dieser Zusatz wird uns noch eine Zeitlang begleiten, besonders im Terminkalender. Gleichwohl ist die Kulturszene der Region ideenreich und engagiert dabei, immer wieder neu zu denken, nachzulegen, umzubauen. Wir hoffen auf den baldigen Startschuss, wieder mit frisch geschnittenen Haaren und gut gestylt Kultur, Gastronomie und Shopping genießen zu können. In diesem Sinne wünschen wir uns allen einen schönen Frühling.

Eure stadtlichter

Das große Warten…

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Die gute Nachricht vorweg: Das Warten auf das Verschwinden des unsäglichen Donald Trump aus dem mächtigsten Amt der Welt hatte am 20. Januar tatsächlich ein Ende – die Welt kann aufatmen, und sie tut es auch, lautstark. Ansonsten nimmt das Warten seit Ausbruch der Pandemie vor einem Jahr kein Ende, das Warten auf die Masken, deren Wirksamkeit zunächst ins Lächerliche gezogen wurde, das Warten auf die Corona-App, auf wirksame Medikamente, auf Schnelltests. Das Warten auf Lockerungen, dann das bange Warten auf die Weihnachts-Feierfolgen, den erneuten Lockdown, auf die zugesagten wirtschaftlichen Hilfen, auf das Ende der verordneten kulturfreien Zeit, auf den Einzug des digitalen Zeitalters in die Schulen. Dann das Warten auf einen seriösen Impfstoff, nach dessen unerwartet schneller Entwicklung und Zulassung das Warten auf die Impfung. Dann eine unerwartet abenteuerliche Vielfalt von Argumenten, warum wir auf den Impfstoff – es war die Rede von problemlosen Millionen und Abermillionen Impfdosen – warten müssen. Warten. Warten. Die Impfzentren sind da, Impfwillige auch, Tausende Freiwilliger stehen bereit – aber der Impfstoff nicht. Auch auf eine differenzierte Betrachtungsweise des Pandemie-Phänomens warten wir sehnlichst, die imaginäre Grenze der Inzidenz von 50 ist nur ein einzelner Faktor unter vielen: Sie ignoriert die Strukturen der Städte und Regionen völlig. Denn fest steht, dass etwa 90 Prozent der Menschen, die mit oder an Corona sterben, über 70 Jahre alt sind – der Lockdown aber keine gezielte Antwort darauf ist, sondern ein Rundumschlag, der die Gesellschaft seit vielen Wochen nahezu komplett lahmlegt. Wenn unsere Gesellschaft nicht irreversiblen Schaden nehmen soll, müssen wir uns schleunigst aus dem Panik-Modus, der das Leben alle paar Wochen runter und wieder rauf fährt, befreien. Die Wirtschaft, die Bildung, die Kultur, gehören zum (Über-) Leben dazu. Apropos Leben und Überleben, hier ein paar Splitter aus dem Bereich Veranstaltungen: Für die „Arena Lüneburger Land“ hat das heimische Unternehmen Campus Management GmbH den Zuschlag als Betreiber erhalten, sich gegen ein Sylter Unternehmen durchgesetzt. Damit fällt eine Experimentierphase bei den Events flach, denn Campus weiß nach vielen Jahren als Veranstalter, wie die Region Lüneburg tickt. Ende des Jahres soll Eröffnung sein, die LüneHünen sind guter Dinge, dass sie ihre neue Saison pünktlich dort starten können. Der Gastrobereich der Arena wird separat ausgeschrieben – auch darum will sich Campus bewerben. In diesem Sinne warten wir mit Euch auf ein baldiges Wiederauferstehen der Vielfalt Lüneburger Lebens, in Schule und Hochschule, in Betrieben und Geschäften, in den Kneipen, in Kino, Theater, Kirchen, Vereinen.

Eure stadtlichter

Luxus

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Das, was das Covid-Virus anrichtet, ist nun wirklich kein Luxus, eher eine massive tödliche Bedrohung. Wir erinnern uns an die erste Pressekonferenz beim Lüneburger Landrat Jens Böther anlässlich der ersten positiv getesteten Person: Es war am 11.3.2020, ein Ischgl-Opfer. Neun Monate später, genau am 11.12.2020, wurde der Tausendste aus dem Landkreis positiv auf das Virus getestet. Die Rate der Neuinfizierten ist per 17. Dezember deutschlandweit bereits auf über 30.000 täglich geklettert! Geklettert? Eher geschossen. Die Bedrohung wird immer realer in der Wahrnehmung, mit dazu bei trägt natürlich auch die gedämpfte Stimmung, die das Verharren im Lockdown erzeugt. Und so fällt uns wieder ein, was wir doch für einen Luxus hatten, ihn pflegten und genossen: Wir hatten das Luxusproblem, zwischen vielen hundert Veranstaltungen in der Region zu wählen, Theater, Kino, Konzert drinnen, Konzert draußen, Festival, Cornern auf dem Stint, Straßen-, Dorf- und Stadtfeste, Sport aktiv treiben oder doch nur zuschauen? Jetset, mit dem Shuttle zum Chillen nach Palma, das Shopping-Weekend in London oder vielleicht doch Mailand – mal eben schnell für einen Fünfziger plus Flughafensteuer. Was hatten wir doch für einen Luxus-Stress. Aber wir sollten nun nicht ins Dunkle, Trübe schauen, das schürt Egoismus, Depression und Nationalismus – die Impfstory von der Zulassung bis zur Verteilung zeigte es. Wir sollten eher einen starken Scheinwerfer unserer gerade arbeitslosen Techniker anmachen und uns erneut orientieren an dem, was wieder machbar sein wird, wenn der Zenit tatsächlich hinter uns liegt. Die Kreativen und Improvisierenden in der Region haben nicht aufgehört, uns mit Machbarem, vor allem auch übers World Wide Web, zu versorgen, die Optimisten sind sogar schon wieder intensiv bei der Planung, sie canceln ihre Veranstaltungen nicht, sondern verschieben sie wieder einmal, haben tatsächlich schon den nächsten Festival-Sommer einschließlich Hygienekonzept entwickelt. Hier zu lesen.

Wir sollten die Gelegenheit nutzen und uns wieder darauf besinnen, welche Ansprüche und Selbstverständlichkeiten ehrlicherweise in die Kategorie Luxus einzuordnen sind, schauen, wie wir unsere Werteskala wieder in den Griff bekommen. Wir in der stadtlichter-Redaktion freuen uns jedenfalls riesig darauf, Euch auf dem Weg in eine sicherlich neue Normalität zu begleiten, Euch wieder mit Tipps, Terminen und Hintergründen zu einer wachsenden Zahl „luxuriöser“ Veranstaltungen zu versorgen. Einige davon auch schon hier und heute in dieser Ausgabe, ein paar astrologische Bonbons gibt’s diesmal auch! Jedem, der es glaubt.

Startet mit uns gemeinsam in ein gesundes Jahr 2021, in den 19. Jahrgang der stadtlichter!

Eure stadtlichter

Wir müssen mit dem Leben, was geht

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Aber was geht? Das ist die große Frage, die es auf dem erneuten „Gipfel“ der Länderchefs und der Kanzlerin am 25.11. – leider erst einen Tag nach unserem Drucktermin – zu beantworten galt. Stagnierendes – und nicht wie erhofft rückläufiges – Infektionsgeschehen machte es erforderlich, einschneidendere Maßnahmen über das zunächst angepeilte Ende des Lockdowns hinaus zu beschließen. Vorweihnachtlich-reges Geschehen scheint passé, und ein recht einsames Weihnachtsfest bahnt sich an. Was mehr Schaden an der Volksgesundheit anrichtet, vermögen wir nicht zu sagen, auch nicht, wie viele Existenzen vor dem wirtschaftlichen, dem physischen und dem psychischen Aus stehen. Viele, die den ersten Lockdown halbwegs abfedern konnten mit Rücklagen, mit Fördermitteln, Kurzarbeit und Kreativität, verlieren gerade den Boden unter den Füßen, weil jetzt nichts mehr zum Zehren da ist. Außerhaus-Gastronomie und Onlineveranstaltungen generieren dem einen oder anderen zwar Einnahmen – doch die senken lediglich nur das Minus in der Kasse. Aller bundesweit verordneter solidarischer Disziplin sind jedoch Grenzen gesetzt. Will der Infektionsschutzgesetzgeber glaubhaft bleiben, so wird er alsbald schon wieder unterscheiden müssen zwischen Hotspots und Regionen mit niedriger Inzidenz. Und dann, neuer Maßnahmenflickenteppich? Ohne Kunst & Kultur wird es still. In einer plakativen Aktion demonstriert Lüneburg jetzt mit Gesichtern aus der Kulturbranche, um das Augenmerk der Politik auf die Kulturbranche zu lenken. Auf Initiative dreier Akteure kam ein Fotoshooting bei AMPHIRE zustande, an dem sich 81 Lüneburger Künstler und Kulturschaffende beteiligten (Seiten 38 bis 45).

Übrigens: Ein bisschen Advent geht aber doch. Auf dem Wasserturm hoch über den Dächern Lüneburgs leuchtet seit kurzem schon wieder der riesige Wichernkranz, Märchenbuden stehen an ihren Plätzen, etwa 200 Tannen säumen die Straßen in der Altstadt, die Weihnachtsbeleuchtung lässt die Giebel erstrahlen, die Kirchen und das Rathaus sind wieder stimmungsvoll erleuchtet.

Also: Lasst uns bewusst mit dem leben, was geht. Und was alles – unter Vorbehalt – geht, das findet ihr wie immer in stadtlichter.

In diesem Sinne wünschen wir allen ein friedliches Fest und ein vor allem gesundes neues Jahr!

Eure stadtlichter

Kreuz

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Ja, es ist ein Kreuz mit dem Virus. Und es macht uns nahezu handlungsunfähig, wenn wir uns fast jede Nachrichtensendung mit dem entsprechenden Special reinziehen, endlose Talkrunden konsumieren, uns die Fakten von professionellen und die Meinungen von leider allzu vielen, selbsternannten Experten auf allen Kanälen anhören. Und man fragt sich oft, hören die sich selbst eigentlich zu? Es sei uns in diesem Zusammenhang gestattet, an die selbstkritischen Worte des 1991 verstorbenen Essener Ruhrbischofs Franz Hengsbach zu erinnern: „Lieber Gott, hilf mir meinen Mund zu halten, bis ich weiß, worüber ich rede!“ So mancher Talkshowgast hätte sicherlich am Ende der Sendung keine Chance gehabt, etwas beizutragen. Gleichwohl dürfte auch dem Letzten in der entlegensten Ecke der Welt klar geworden sein, dass die Pandemie real ist und in alle Lebensbereiche hineinstrahlt. Leider können wir nicht sagen „nun reicht’s uns mit Corona“: Bei allem, was wir tun oder lassen, wird uns das Thema so lange begleiten und einschränken, bis ein Impfstoff gefunden wurde… Apropos Kreuz: Einige Tausend Angehörige der Risikogruppe „Ältere“ sind schon wieder auf Kreuzfahrt. Altersstarrsinn?

Wir haben uns auch für diese stadtlichter-Ausgabe wieder darauf gestürzt, Euch das zusammenzustellen, was alles mit Abstand betrachtet an kulturellem Leben möglich ist, von Theater bis zum Sport, wenn man bereit ist, sich an Regeln zu halten. Ganz viele kreative Angebote – zwar mit weniger Zuschauern, aber mit viel Engagement – werden uns landauf, landab begeistern können. Leider konnten wir bei Druckbeginn noch nichts zu den Weihnachtsmärkten in der Region sagen, trotz ausgetüftelter Hygienekonzepte von Marktbeschickern und Schaustellern haben sich die Verantwortlichen in den Städten leider noch nicht festlegen wollen. Das gilt auch für ein ganz anderes Thema, die Berufswahl, denn auch die Ausbildungsmesse Vocatium steht auf der Kippe. Trotzdem findet Ihr in unseren Seiten für Job & Karriere allerhand zum Thema Ausbildung und berufliche Weiterbildung, auch Anzeigen mit attraktiven Ausbildungs- und Studienplätzen. Apropos Weihnachten – das Fest rückt näher, und deshalb haben wir uns bei unserer Umfrage schon mal kundig gemacht, wie es die Leute mit dem Weihnachten Feiern wohl halten wollen.

In diesem Sinne wünschen wir Euch wieder einmal: Genießt die Zeit mit Bedacht und Umsicht und bleibt gesund!

Eure stadtlichter

Glaubensfragen

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Schön, dass Wissenschaftler – in diesem Fall unsere Virologen – auch schon mal glauben – und nicht wissen. Zum Beispiel, wie sich die Pandemie weiter entwickeln wird ob der Lockerungen bei Sportveranstaltungen, bei Familienfesten und beim Schulbesuch in der kalten Jahreszeit. Irgendwie haben wir ja alle gehofft, binnen absehbarer Zeit wird der Spuk vorbei sein – nun sagt unser Chefvirologe Drosten mit Blick auf das Infektionsgeschehen bei unseren europäischen Nachbarn genau das Gegenteil. Also bleiben Vorsicht, Rücksicht, Umsicht die Mittel der Wahl. Unter diesen Vorzeichen werden wir uns weiterhin bewegen und begegnen müssen, bei der Arbeit, beim Einkauf, beim Sport, bei Festen und Veranstaltungen. Und davon gibt es zum Glück ja nun wieder einige größere, so lud Uelzen zum Late-Light-Shopping mit buntem Programm in die City, Lüneburg gar zum Verkaufsoffenen Sonntag mit Beteiligung der Schausteller. Alles recht diszipliniert, (fast) allen war anzumerken, dass sie wissen, was auf dem Spiel steht. Die Ligensportler scharren derweil auch schon mit den Hufen, Volleyball-Bundesligist SVG tritt auswärts am 17. und zuhause am 24. Oktober an, die Kufencracks des AEC starten am 4. Oktober auswärts gegen die HH-Sailors ihre Saison. Alle dürfen nach aktuellem Stand vor Publikum spielen, sportlich ist das auch sinnvoll, wirtschaftlich wohl eher nicht. Das große Theater hat seinen Spielbetrieb zur Freude aller Beteiligten ebenso wie das Theater im e.novum wieder aufnehmen können, die JazzIG lädt zu Konzerten ins Museumsfoyer, weitere Kulturstätten starten wieder nach und nach – es reicht schon wieder aus, damit unsere Kulturseiten und unseren Veranstaltungskalender gut und facettenreich zu füllen, überzeugt Euch! Und da rote Pappnasen bisher in keinem Hygienekonzept Erwähnung finden, wird insbesondere in den rheinischen Karnevalshochburgen vom 11.11. bis zum Aschermittwoch kaum Helau und Alaaf zu hören sein, und wer mag sich schon als kugeliger Virus verkleiden? Apropos glauben, also wir glauben fest an die Vernunft der Menschen, die hier leben, die bereit sind, aus der Krise zu lernen (lest auch die Details unserer Umfrage auf Seite 14).

Feiern ja, aber nicht um jeden Preis. In diesem Sinne wünschen wir Euch allen einen gesunden farbenfrohen Herbst und viel Erfolg beim Umstellen der inneren Uhr auf Winterzeit!

Eure stadtlichter

Nähe geht auch mit Distanz

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Wenn wir uns das Strandgeschehen anschauen, sei es in Antalya, in Barcelona oder Kroatien, so mag man glauben, es hätte nie eine Pandemie gegeben. Die neue Geschäftsidee von Billigflieger Eurowings, „Kauf dir deinen freien Mittelsitz”, gibt am Rückflugschalter einigen schon mal zu denken. Die Realität holt spätestens bei der Landung alle wieder ein, die Witze über die 18 Euro für den freigekauften Mittelsitz verstummen, die Reizworte heißen jetzt Test oder Attest, mit Pech auch Hausarrest. Parallel dazu entstand hier vor Ort eine neue Qualität von kulturellem Leben, gekennzeichnet von Ideenreichtum, Engagement und Bescheidenheit. Letzteres sowohl was die Anzahl der möglichen Gäste/Besucher betraf als auch die Ansprüche. Hervorzuheben ist insbesondere der Lüneburger Kultursommer, der an Vielfalt kaum zu überbieten war, aber auch die Nachbarn aus Winsen, Bad Bevensen und Uelzen zeigten sich von der kreativen und besonders von der sozialen Seite. Alle stellten in unterschiedlicher Weise beeindruckend klar, Nähe geht auch mit Distanz.

Dank an die Motoren der vielen Aktionen, Dank aber auch an die vielen „Rädchen im Getriebe“.

Hoffnung schöpft inzwischen auch in Teilen die Zunft der ums Überleben kämpfenden Schausteller, die nach ihrer Zwangspause, die ja auch noch die Oktoberfeste überdauern muss, eine Chance auf den Weihnachtsmärkten und dem Winterdom sehen. Das Stadtgeschehen gleicht inzwischen auch schon wieder den Darstellungen in den Wimmelbüchern, zur Freude der einen, zur Sorge der anderen. Das ach so beliebte Flair in den Mauern der Innenstädte ist aber schon wieder spür- und erlebbar und hält uns alle hoffentlich bald wieder häufiger davon ab, auf dem heimischen PC den Button „In den Warenkorb“ zu drücken. Gute Gelegenheiten bieten sich in Lüneburg beim nächsten Verkaufsoffenen Sonntag am 27. September.

Froh sein konnten auch all die Wirte, die Außenplätze hatten, denn die waren in diesem Hochsommer, der ja nun wirklich einer war, äußerst begehrt. Wir aus der stadtlichter-Redaktion haben es indes nach einer schönen Sommerpause genossen, dass viel Arbeit auf uns wartete: Wir konnten endlich wieder eine Vielzahl toller Veranstaltungen für Euch zusammentragen, Ihr könnt wieder aus dem Vollen schöpfen. Aber bitte: Nähe geht auch mit Distanz!

In diesem Sinne, genießt neue Freiheiten. Mit Augenmaß!

 

Eure stadtlichter

Normal. Normal!

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Noch hat sie nicht begonnen, die Zeit nach Corona. Noch muss man von der Zeit mit Corona reden – und vor allem denken. Dass das einigen egal ist oder besonders schwer fällt, sieht man hin und wieder bei ausgelassenen Partys, die geplant oder spontan stattfinden – jedenfalls ohne Distanz und Schutz. Sich anzustecken ist das Eine, aber in Kauf zu nehmen, andere zu infizieren, das Andere. Nur weil es immer neue Lockerungen gibt, die Kulturbetriebe wie Theater und Kino wieder aufleben, die Gaststätten wieder rege werden, auch Reisewarnungen aufgehoben werden, ist das Virus ja nicht einfach weg. Wir werden uns wohl daran gewöhnen müssen, dass „Normal“ eine andere Bedeutung gewinnt. Der Tourismus wächst nur verhalten wieder, die Urlaubspläne fallen bescheidener aus, das Fahrrad als Verkehrsmittel erfreut sich steigender Beliebtheit – überall verändert Corona unser Leben. Bis es wieder normal ist, Großveranstaltungen wie Konzerte, Volksfeste, Open-Air-Festivals nach Lust und Laune unbeschwert buchen zu können, in der Gewissheit, dass sie auf jeden Fall stattfinden, wird noch dauern. Veranstalter, Veranstaltungstechniker, die Schausteller und viele mehr bangen derweil immer noch um ihre Existenz. Dass kreative Ideen auch oder vielmehr besonders in Krisenzeiten Platz haben, sehen wir tagtäglich, und davon zeugt auch das aktuelle Magazin für Juli/August, für das wir wieder viel zusammentragen konnten – es liegt nun in Eurer Hand, diese Angebote anzunehmen und das vielfältige Engagement zu honorieren. Außer vielen Veranstaltungen für Geist und Seele findet Ihr in den Karriereseiten dieser Ausgabe interessante Stellenangebote, diesmal vor allem für Ausbildungsstellen, Studienplätze und FSJ-Plätze, Ihr findet Gastronomiebetriebe, die sich durch besondere Lage und Angebote zu Lieblingsplätzen mausern können, Interessantes zum Thema Mobilität und last but not least ein paar reizvolle „Must Haves“ und leckere Rezepte.

Wir wünschen Euch allen eine wunderschöne coronafreie Sommerzeit, bleibt uns gewogen und freut Euch auf die nächsten stadtlichter, die wir Euch wie gewohnt nach unserer Sommerpause Ende August liefern werden.

Eure stadtlichter

Maskenball

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Ja, zugegeben, das Shoppen mit Maske macht (noch) nicht so richtig Spaß, aber so langsam gewöhnt man sich dran. Und für den Notfall haben wir sogar schon die Einmal-Papierversion zwischen den Geldscheinen deponiert… wir wollen ja schließlich nicht schon an der Security hängen bleiben. Etwas, was schon zu Disco-Zeiten prima geklappt hat, soll nun nicht beim Brötchen holen scheitern. Man kann dem Maskenball auch eine sympathische Variante abgewinnen, denn was ist schöner, als Leute, die man trotz Maske erkannt hat, beim Einkauf mit Namen zu begrüßen – um sie dann im Regen stehen zu lassen, weil sie uns auf die Schnelle gar nicht erkannt haben. Übrigens, sollte Euer Gegenüber mal ein vermeintlich asiatisches Aussehen haben, so liegt‘s nicht etwa an der in China hergestellten Maske, sondern an seinem Lächeln unter der Maske… probiert es mal vor Eurem Spiegel. So kann man sich das Dilemma versüßen und wieder neuen Spaß beim Einkaufen gewinnen…

Dass wir so langsam wieder zu mehr Normalität zurückgekehrt sind, lässt sich besonders daran erkennen, dass sich schon wieder Staus auf den Zufahrtsstraßen bilden und die Touris wieder um die Ecken schauen – wenngleich auch noch zaghaft.  Am 16. März gab Lüneburgs Landrat den ersten am Coronavirus Erkrankten bekannt, kurz vor Druck dieses Magazins am 22. Mai kam von ihm die erlösende Botschaft „Der Landkreis Lüneburg ist coronafrei“, hat also keinen aktuell Erkrankten mehr. Gleichwohl sind die immensen Auswirkungen der Pandemie, der Stillstand des öffentlichen Lebens in nahezu allen Bereichen, zu spüren – viele leiden, viele werden auf der Strecke bleiben. Nicht wegen der Einschränkungen, sondern wegen der in Schwere und Verbreitung nicht einzuschätzenden Krankheit.  Mit aller gebotenen Vorsicht arbeiten auch wir weiter daran, den Wunsch unserer Leser nach Information, Unterhaltung und Abwechslung zu bedienen – gleichwohl überholen uns trotz sorgfältiger Themenauswahl immer wieder die Ereignisse, erst im Negativen, nun zum Glück auch schon wieder im Positiven. Also lasst uns gemeinsam mit genügend Distanz die steigende Zahl der Dinge genießen, die wieder möglich sind. Darunter insbesondere die Freizeitaktivitäten, die kreativen Ideen der Kulturschaffenden, die köstlichen und geselligen Angebote der heimischen Gastronomen.

In diesem Sinne wünschen wir Euch einen schönen und coronafreien Monat Juni – bleibt gesund und munter!

Eure stadtlichter

Augenmaß!

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Ein Satiremagazin brachte es dieser Tage auf den Punkt: Erstmals hat die Zahl der selbsternannten Corona-Experten die Zahl der Neuinfektionen deutlich überschritten. Es ist wie beim Fußball, wo der Schiri letztlich auch nur einer von 60.023 Experten im Stadion und weiteren Millionen an den Bildschirmen ist, die zu wissen glauben, wie man richtig spielt beziehungsweise entscheidet. Wichtig zu wissen, es gibt außerhalb des Stadions aber auch Millionen besonnener Mitmenschen, die mit ihrer Disziplin und ihrer Einsicht massive Einschränkungen hinnehmen und zumindest die Möglichkeit eröffnen, Infektionswege zu erkennen und zu unterbrechen. Schreihälse haben selten recht, auch wenn man sie weithin hört. Wenn sich jetzt auch die Stimmen – zumeist aus wirklich existenziellen Nöten – mehren, die eine schnelle Rückkehr zu „normalen Verhältnissen“ fordern, vor allem, weil die Pandemie in der Region bei Weitem nicht das befürchtete Maß erreicht hat, so dürfen sie nicht verhallen.

Lockerungen ja – aber bitte mit Augenmaß.

Selbst wenn es an vielen Stellen schwer zu ertragen und oft auch schwer nachvollziehbar ist – auch wir persönlich wollen nicht Opfer von Experimenten werden. Das eine oder andere insbesondere virtuelle Event findet ja dank kreativer Kulturschaffender statt, aber bei allem, was an Veranstaltungen auch in kleinem Rahmen bevorsteht, bitten wir darum, sich jeweils aktuell auf den Internetseiten der Anbieter zu informieren, ob es tatsächlich stattfindet. Denn aktuell ist ja schon damit zu rechnen, dass sich nicht nur das geschäftliche, sondern auch das kulturelle Leben Stück für Stück wieder erholt. Jedenfalls stehen alle in den Startlöchern.

Freut Euch mit uns darauf und bleibt gesund!

In alter Frische –

Eure stadtlichter