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Offroad-Trip im Orient

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Andreas Bornholdt bereiste mit seiner Freundin den Oman

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Der 51-Jährige liebt das Reisen. Mit seiner Familie bereiste er früher Europa mit dem Wohnmobil. „Aber Frankreich, Spanien und Italien sind zur warmen Jahreszeit verdammt voll”, meint er. „Auf den Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen steht man immer Auto an Auto und guckt sich auf die Reifen. Europa ist einfach zu eng, auch die Straßen.” So suchte er mit seiner Lebensgefährtin Kirsten vor ein paar Jahren zur Abwechslung ein Reiseziel außerhalb Europas. Warm sollte es sein – und weitläufig. Damals entschieden sie sich für Namibia, welches sie 2016 mit dem Geländewagen durchfuhren. „Da haben wir für uns entdeckt, dass es die beste Art zu reisen ist”, erinnert sich der Bad Bevenser. Namibia bestach durch tolle, großzügige Campingplätze, ihr Zelt hatten sie direkt auf dem Autodach. „Daraus entstand der Wunsch, wieder so Urlaub zu machen”, erklärt Andreas Bornholdt.Auf den Oman kam er durch Zufall, als er im Internet einen Artikel über die sichersten Länder der Welt las. Das Sultanat Oman rangierte zu diesem Zeitpunkt unter den Top Ten der Welt – eine Überraschung, wenn man bedenkt, dass seine Nachbarländer auf der arabischen Halbinsel Saudi-Arabien und Jemen sind. Ungefähr ein Jahr bereiteten sich Andreas Bornholdt und seine Partnerin auf die Reise in den Orient vor. Um nichts dem Zufall zu überlassen, kontaktierten sie zur Planung eine Agentur, die auf diese Gegend spezialisiert ist. Diese stellte ihnen Material und Karten zur Verfügung. Als Reisezeit wählten sie Ende Februar 2018. „Die beste Reisezeit ist von Herbst bis März, sonst ist es zu heiß, das heißt, 40 Grad oder höher”, erklärt Andreas Bornholdt.

Campingplätze gibt es nicht

Im Oman kann man frei herumreisen, es gibt jedoch keine Campingplätze. „Die Omanis lieben es, am Wochenende herauszufahren, Barbecue zu machen und irgendwo zu zelten. Aber den Begriff „wild campen” kennen sie gar nicht”, berichtet der 51-Jährige. Sie würden quasi immer wild zelten. Als Fortbewegungsmittel wählten sie wieder einen Geländewagen mit Dachzelt. Das Zelt, das einfach auf dem Dach des Autos ausgeklappt wird, ist auch im Oman eine Besonderheit und wurde überall von den Einheimischen neugierig beäugt. Insgesamt 15 Tage waren Andreas Bornholdt und seine Partnerin Kirsten im Oman unterwegs. Die Reise startete mit dem Flugzeug über Doha zur omanischen Hauptstadt Maskat, eine Küstenstadt am Golf von Oman. Von hier fuhren sie mit dem Geländewagen in südwestlicher Richtung in das Hadschar-Gebirge, dessen höchste Erhebungen mehr als 3.000 Meter hoch gelegen sind. Hier merkte das Pärchen schnell, dass es sich mit der Temperatur verschätzt hatte: Waren es tagsüber im Schnitt angenehme 25 Grad, wurde es in den Bergen nachts empfindlich kalt. „Wir haben auf einem Hochplateau gecampt. Als die Sonne weg war, wurde es richtig kalt – ich schätze, es waren noch fünf bis sechs Grad”, erzählt Andreas Bornholdt. Weil sie nachts im Zelt richtig froren, blieb das ihre einzige Nacht in den Bergen. Für ihre Fahrt durch die Sandwüste buchten sich die beiden bereits im Vorwege einen Guide, der sie begleiten sollte. „Da fährt man nicht alleine rein, man kann sich festfahren”, erläutert Bornholdt. Mit Wüstenfahrten hatte er schon durch die Namibia-Reise Erfahrung, dennoch passierte es ihnen unterwegs einmal an einem Strand, dass sie sich zu zweit mit dem Wagen im Sand festfuhren. „Man muss vor der Fahrt in die Wüs-te Luft aus den Reifen lassen bis auf ein Bar, sonst fährt man sich fest”, so Andreas Bornholdt. „Aber ich war zu vorsichtig und habe zu wenig abgelassen.”[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Mit dem Auto festgefahren

Der Bad Bevenser wusste in dieser Situation: Es ist wichtig, nicht in Panik auszubrechen. Seine Lebensgefährtin habe in jeder dieser Situationen Sicherheit ausgestrahlt, erzählt er, und so sei auch er ruhig geblieben. „Einer muss die Ruhe bewahren, Panik ist da doof”, meint er. Da ihr Auto mit der Achse im Sand auflag, musste der 51-Jährige es mit einer kleinen Sandschaufel mühsam frei buddeln. Zur Ausstattung des Wagens gehörten zwei kleine Rampen, die man unter die Reifen legt, um sich wieder aus dem Sand frei zu fahren. „Das Buddeln allein kann eine halbe Stunde bis Stunde dauern. Wir mussten das Ganze dreimal wiederholen”, erinnert er sich. Als sie das Auto schließlich aus dem Sand befreit hatten, brauchten sie weitere rund 20 Minuten, um die grünen Plastikrampen im Sand wiederzufinden. „Man sieht sie nicht gleich, weil dort am Strand überall buntes Plastik herumliegt”, erklärt Bornholdt. Maximal fünf Stunden fuhren die beiden Urlauber pro Tag. Da es schon gegen 19 Uhr dunkel wurde, begannen sie zwei Stunden vorher mit der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz. „Am Anfang haben wir immer sehr lange nach einem Schlafplatz gesucht, weil wir mit der Freiheit total überfordert waren”, erzählt Andreas Bornholdt schmunzelnd. „Man freut sich dann aber langsam über tolle Spots.” Hatten sie einen Platz gefunden, machten sie sofort Feuer, um überhaupt abends sehen zu können. Geschützt durch ihr Dachzelt, musste sich das Pärchen in der Nacht keine Sorgen wegen wilder Tiere machen. Tagsüber sahen sie nur Kamele und Ziegen, außerdem sollte es hier Wüstenfüchse und Oryxantilopen geben, doch denen begegneten sie nicht. „In der Sandwüste haben wir morgens immer viele Spuren gesehen. Nachts kommen die Tiere raus, zumindest Schlangen und Skorpione”, meint Bornholdt. In ihrem Zelt hätten sie sich aber jederzeit geborgen und sicher gefühlt – auch vor Diebstahl, denn der existiert im Oman praktisch nicht. „Es gibt keinen Grund zu klauen, die Omanis leben sehr friedlich”, erklärt der Camper.

Traditionelle Kleidung

Was das Auftreten der Einheimischen angeht, sei ihre Reise wertvoll gewesen, um gängige Vorurteile abzubauen, erklärt Andreas Bornholdt. Zwar liefen die Frauen in schwarz und vollverschleiert und die Männer in ihren hellen Gewändern herum – es sei aber akzeptiert, dass die Touristen dies nicht tun. „Sie tragen diese Kleidung aus ihrer Tradition heraus. Es gibt dort nicht so etwas wie eine Religionspolizei”, weiß er. Auch wenn der Oman ein Wüstenstaat ist, gibt es in dem orientalischen Land einiges zu sehen. Auf der Route von Andreas Bornholdt und seiner Freundin standen neben weiten Wüsten und Stränden sowie den Städten Maskat und Nizwa mehrere Wadis, ausgetrocknete Flussbetten, die von interessanten Steinformationen umgeben sind. Wie im Märchen aus Tausendundeine Nacht fühlte sich Andreas Bornholdt zudem beim Anblick von Oasen, die üppig mit Dattelpalmen, Zitronen- und Orangenbäumen bewachsen sind. „Das sieht wirklich wunderschön aus”, so der Urlauber. Einen Wassermangel gebe es im Oman nicht, da in der Regenzeit die Reservoirs ebenso mit Wasser volllaufen würden wie die Wadis. Die Fortbewegung im Oman muss man sich anders vorstellen als in Europa. Die Reise von Andreas Bornholdt und seiner Partnerin war größtenteils ein Offroad-Trip, verlief also fernab von befestigten Straßen. Oft handelte es sich um Pisten, die schwer auszumachen waren. Deshalb fuhren sie nach GPS-Angaben, die durch wenige Orientierungspunkte wie eine Palmenansammlung oder Dünen ergänzt wurden. Ihre Route hatte ihnen die Reiseagentur im Vorwege ausgearbeitet. Doch GPS und Anhaltspunkte reichten nicht immer: Einmal passierte es den beiden doch, dass sie sich im Gebirge drei Stunden lang verfuhren. Die Ortsnamen, die sie hatten, stimmten manchmal nicht mit denen auf den Schildern überein, außerdem war die Übersetzung ins Englische fehlerhaft. In einem Dorf wollten sie nach Hilfe fragen, was allein durch mangelnde Englischkenntnisse der omanischen Landbevölkerung schwierig sein würde. Zu Andreas Bornholdts Erstaunen schienen die Dorfbewohner aber auch noch nie eine Landkarte gesehen zu haben. „Sie können aber gut ihre Gegend zeichnen, und so haben sie gezeichnet, wo wir sind und wo wir lang fahren können.” Dass die Deutschen es eilig hatten, um vor Einbruch der Dunkelheit am Ziel zu sein, verstanden die Dorfbewohner, die das Pärchen gleich auf einen Kaffee einladen wollten, allerdings nicht. „Sie sind aus Tradition gastfreundlich, und Zeitdruck ist ihnen fern”, berichtet Andre–as- Bornholdt.

Neuer Blick auf die Fremde

Die Begegnungen mit den Omanis waren für den Bad Bevenser und seine Partnerin immer freundlich. Oft näherten sich die Einheimischen dem Paar neugierig und stellten Fragen, grundsätzlich zeigten sie sich sehr deutschfreundlich. „Die Leute sind friedfertig und so nett. Und sie stellen die gleichen Fragen wie wir, warum es den Terror auf der Welt gibt.” Andreas Bornholdt und seine Freundin Kirsten genossen die Freiheit und Weite, die sie im Oman erleben konnten. Unterwegs mit Wasser und Lebensmitteln haushalten und tagelang auf sanitäre Anlagen verzichten zu müssen, erdete das Paar. „Man kommt mit ganz wenig aus, und das macht einen auf seltsame Weise glücklich”, erklärt er. Der Besuch dieses exotischen Landes habe aber auch dazu geführt, die Fremde anders zu betrachten und die Einstellung beispielsweise zum Islam zu ändern. „Wir hatten sehr schöne Begegnungen, das macht weltoffen. Jetzt hat man das Gefühl, bei uns wird alles zu negativ dargestellt.” Er und seine Freundin wollen den arabischen Raum auf jeden Fall noch mal bereisen. (JVE)

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stadtlichter 01-2019

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Umsorgt im Alter 2019

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Herz aus dem Takt

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Immer mehr Menschen leiden an „Vorhofflimmern“

[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Unser Herz ist ein Workaholic, es macht niemals Pause, ist der Motor unseres Lebens. Was die wenigsten wissen: Es ist eigentlich ein Elektromotor. Denn das Herz wird von Stromstößen angetrieben, die es selbst produziert. Wenn dieser Elektromotor ins Stottern gerät, zu schnell oder zu langsam Impulse sendet, sinkt die Lebensqualität und es kann es zu schlimmen Folgeerkrankungen kommen. Unser Herz meistert eine wahre Mammutaufgabe: Es schlägt etwa 60 bis 100 mal pro Minute. Das bedeutet 80.000 bis 150.000 mal am Tag, im Lauf eines 80-jährigen Lebens sind das durchschnittlich drei Milliarden Schläge. Jede Minute pumpt es fünf Liter Blut in alle Regionen unseres Körpers. Rund 100.000 Kilometer Blutgefäße werden somit von dem 300 bis 500 Gramm leichten Organ versorgt. Diese Ausdauerleistung ist in der Natur und in der Technik einzigartig. Dass das Herz gelegentlich aus dem Takt gerät, ist daher nicht allzu verwunderlich. Lebensbedrohliche Rhythmusstörungen, zum Beispiel das Kammerflimmern, sind zum Glück selten. Sehr weit verbreitet ist dagegen das Vorhofflimmern. Bei rund zwei Millionen Deutschen ist Vorhofflimmern – oftmals als Herzstolpern wahrgenommen – die Ursache für den unregelmäßigen Herzrhythmus. Auffällig in den letzten fünf Jahren: Die Patientenzahlen dieser häufigsten Herzrhythmusstörung steigen stark. Und: Die Patienten werden immer jünger …

Noch weiß man nicht genug über diese Volkskrankheit. Führende Herzspezialisten haben sich deshalb im Kompetenznetz Vorhofflimmern zusammengeschlossen, um diese Rhythmusstörung genauer zu erforschen. Ziel ist es, die Diagnostik, Behandlung und letztendlich damit die Versorgung der Patienten zu verbessern. Unbehandelt ist das Vorhofflimmern mit einem stark erhöhten Risiko für Folgeerkrankungen verbunden – insbesondere für Schlaganfälle. Jeder fünfte der jährlich etwa 270.000 auftretenden Schlaganfälle in Deutschland ist zum Beispiel auf Vorhofflimmern zurückzuführen. Die gute Nachricht ist jedoch: Jeder kann selbst zum frühzeitigen Erkennen von Vorhofflimmern beitragen. Schon bei kleinen Unregelmäßigkeiten ist es ratsam, diese frühzeitig vom Arzt abklären zu lassen. Bei Daria M. aus Lüneburg kamen die Beschwerden „quasi über Nacht“. Die Mitarbeiterin in einem Maklerbüro fühlte sich gleich nach dem Aufwachen trotz acht Stunden Schlafs schlapp und müde, von einer Sekunde auf die andere raste ihr Puls dann plötzlich. Daria M. bekam Atemnot und Angstgefühle. Zwar beruhigte sich ihr Puls auch sehr schnell wieder, aber die typischen Anzeichen einer Herzrhythmusstörung traten bei der 45-jährigen Mutter zweier Töchter danach immer häufiger auf. Und meist dann, wenn sie nach einem stressigen Tag zur Ruhe kam, die Füße hochlegte, um ein Buch zu lesen oder in der Badewanne ein wenig entspannen wollte: „Es war die Hölle, ich wartete direkt darauf, dass mein Herz wieder aus dem Takt gerät, und dann passierte es auch schon.“

Nach einer umfangreichen Untersuchung erklärte ein Kardiologe der besorgten Lüneburgerin, was ihr Herz von einem völlig gesunden unterscheidet: Jedes Herz ist in zwei Hälften aufgeteilt, besteht aus einem Vorhof und einer Kammer. Eine Hälfte versorgt den Körperkreislauf mit Blut, die andere den kleinen Lungenkreislauf. Zieht sich der Herzmuskel zusammen, wird das Blut aus den Kammern ausgestoßen; erschlaffen sie, fließt erneut Blut in die Kammern. Damit sich der Herzmuskel zusammenziehen kann, ist ein elektrischer Reiz (Impuls) nötig, der vom Sinusknoten ausgeht und sich im Normalfall 60 bis 100 mal pro Minute wiederholt – ein gesundes Herz schlägt so im Takt. Bei Daria M. jedoch werden die elektrischen Impulse nicht nur vom Sinusknoten ausgesendet, sondern es treten zusätzliche Signale direkt im Vorhof auf. Dadurch wird der rhythmische Vorgang des Zusammenziehens und Erschlaffens gestört. Die Folge: Die Vorhöfe ziehen sich nicht mehr vollständig zusammen, sie flimmern. Daraufhin werden die Herzkammern unregelmäßig aktiviert, das Herz gerät aus dem Takt, der Puls kann stark absinken oder sich auf über 100 Schläge pro Minute erhöhen. Das Blut fließt nun unregelmäßig. Es staut sich in den Vorhöfen, kann verklumpen und Blutgerinnsel bilden. Löst sich ein Gerinnsel und wandert mit dem Blutstrom ins Gehirn, kann das dramatisch enden. Rauchen, Übergewicht, zu wenig Bewegung und ungesunde Ernährung – alles das können Gründe für das „Herzstolpern“ sein. Die Ursache kann aber auch in den Genen liegen. So können etwa Fehlfunktionen im Reizbildungs- und Leitungssystem angeboren sein oder eine Störung der Erregbarkeit von Nerven- oder Muskelzellen vererbt werden (Brugada-Syndrom). Kommt Vorhofflimmern in der Familie vor, haben die direkten Angehörigen laut Statistik ein 2,5- bis 5-fach erhöhtes Risiko, dass es bei ihnen ebenfalls auftritt.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Für Vorhofflimmern gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Es gibt Medikamente, die die Herzfrequenz regulieren. Sie wirken aber leider nicht bei jedem Patienten. Eine andere Möglichkeit ist die Katheterablation, mit der gestörtes Herzgewebe durch Hitze oder Kälte verödet wird. Ihr Kardiologe hat Daria M. zur Katheterablation geraten, im UKE in Hamburg war sie dafür zwei Tage stationär unterbracht. Der Eingriff war erfolgreich, das Herz schlägt wieder normal. Daria M. hofft inständig, dass es auch so bleibt: „Ein wenig Angst ist noch da, dass das Vorhofflimmern zurückkehrt, was tatsächlich passieren kann, wie mir die UKE-Ärzte sagten. Inzwischen kann ich die Tage aber wieder mehr genießen!“ (RT)

Drei Formen von Vorhofflimmern

  • Paroxysmales Vorhofflimmern:

Dieses kurzeitige Herzstolpern endet in der Regel innerhalb von 48 Stunden von allein. Auch Vorhofflimmer-Episoden, die im Laufe von sieben Tagen selbst in den Sinusrhythmus zurückkehren oder durch eine Therapie zum Ende gebracht werden, zählen dazu.

  • Persistierendes Vorhofflimmern:

Bei dieser Form hält Vorhofflimmern länger als sieben Tage an.

  • Permanentes Vorhofflimmern:

Ärzte sprechen von permanentem Vorhofflimmern, wenn die Erkrankung länger als ein Jahr besteht und der Patient in Abstimmung mit dem Arzt auf eine Rhythmus erhaltende Behandlung verzichtet.

[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator style=“dotted“ border_width=“2″][vc_btn title=“Zur Reportagenübersicht“ color=“warning“ link=“url:%2Freportagen%2F||“ css=“.vc_custom_1445702275637{margin-top: 20px !important;}“][/vc_column][/vc_row]

Trauern geht auch fröhlich

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Kati Lüdecke arbeitet als Trauerbegleiterin
für Kinder und Jugendliche

[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Wer einen geliebten Menschen verliert, braucht Monate bis Jahre, um darüber hinweg zu kommen. Kinder und Jugendliche trauern anders als Erwachsene, und oft benötigen sie Hilfe bei der Bewältigung. Kati Lüdecke hat deshalb in Lüneburg das Projekt „Lichtblick” ins Leben gerufen, eine Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche. Einige kommen seit Jahren zu ihr. Die 36-Jährige, die in der Nähe von Bremervörde aufgewachsen ist, kam 2002 für ihr Sozialpädagogik-Studium nach Lüneburg – und blieb. Seit 2005 arbeitet sie für PädIn, einen freien Jugendhilfe-Träger, der Beratung und Betreuung für Kinder, Jugendliche und Eltern im Raum Lüneburg anbietet. Hier war sie anfangs für die Familienhilfe zuständig. Die Idee zu „Lichtblick” kam aus ihrer Arbeit heraus. „Ich habe immer mehr Fälle bekommen, wo jemand aus dem Umfeld der Kinder verstorben war. Dann habe ich etwas gesucht, wo man die Kinder anbinden kann, habe aber nichts gefunden”, erklärt Kati Lüdecke. Vergeblich habe sie im Raum Lüneburg nach einer Trauergruppe für Kinder gesucht. So ließ sich die Sozialpädagogin zur Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche ausbilden. 2008 startete bei PädIn das Projekt „Lichtblick”, das seitdem ausschließlich durch Spenden finanziert wird und nur durch die zusätzliche Mitarbeit von Ehrenamtlichen möglich ist. Inzwischen hat Kati Lüdecke bei PädIn drei Trauergruppen, zwei für Kinder ab drei Jahren, eine für Jugendliche ab etwa zwölf Jahren. Das Einzugsgebiet geht weit über den Landkreis Lüneburg hinaus. Auch wenn bei der Trauerbegleitung von „Lichtblick” die Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen, wird auch gleichzeitig die Begleitung eines dem Kind nahestehenden Erwachsenen angeboten. „Am häufigsten haben wir den Fall, dass ein Elternteil gestorben ist – dann ist die Begleitperson auch betroffen”, erklärt sie. Für die Erwachsenen gibt es ein pa-rallel zu den Kindergruppen stattfindendes Gruppenangebot, das von einer Trauerbegleiterin für Erwachsene geleitet wird und in der Regel aus Gesprächen besteht.

Zwei Jahre Trauerbegleitung

Bevor ein Kind in eine Trauergruppe eintritt, findet ein Gespräch zwischen dem Kind, einer Begleitperson, meist einem Elternteil, und Kati Lüdecke statt. Die Betroffenen müssen wissen, worauf sie sich einlassen und können die Räumlichkeiten kennenlernen. Die meisten entscheiden sich dann für die Trauerbegleitung. Wie schnell nach einem Todesfall ein Kind mit der Trauerbewältigung in der Gruppe beginnt, ist sehr individuell. „Das Längste, was ich bisher erlebt habe, war nach acht Jahren. Ein Mädchen hatte den Tod ihres Bruders nicht verarbeitet, der gestorben war, als sie drei war”, erinnert sich Kati Lüdecke. Ihre Erfahrung hat ihr gezeigt, dass der Eintritt in eine Trauergruppe frühes-tens ein halbes Jahr nach dem Todesfall sinnvoll ist – wenn sich der Trubel gelegt hat, der Tod bewusst geworden ist und man an dem Punkt steht, etwas für sich tun zu müssen. Eine Warteliste für die Trauergruppen gibt es nicht. „Wir wollen nicht, dass Leute abgelehnt werden”, so Kati Lüdecke. Wie lange jemand die Trauerbegleitung in Anspruch nimmt, ist nicht festgelegt. „Der Regelfall sind zwei Jahre, aber das hängt davon ab, wie wohl man sich in der Gruppe fühlt – und vom Todesfall”, erklärt die Trauerbegleiterin, „bei Suizid, Unfall oder Mord braucht man mehr Zeit.” In der Regel geht es in der Trauergruppe um den Verlust von Geschwis-tern, Eltern oder festen Freunden – selten auch von Großeltern.

Niemand muss erzählen

Bis zu zehn Kinder gehören einer Trauergruppe an. Neben Kati Lüdecke sind jedes Mal vier bis fünf weitere Mitarbeiter dabei. Zu den 14-täglichen Treffen, die jeweils anderthalb Stunden dauern, gehören ein paar feste Elemente. Begonnen wird mit einem Anfangskreis, bei dem sich alle auf den Boden setzen, eine Kerze angezündet und eine Klangschale angeschlagen wird. Dann geht ein Redestein herum, und jeder hat die Möglichkeit, sich kurz vorzustellen und zu erzählen, wer gestorben ist. Die Vorstellung ist grundsätzlich freiwillig, niemand muss etwas sagen. „Es gibt Kinder, die in der Gruppe ihre Gefühle nicht zeigen wollen. Sie entscheiden, was sie erzählen wollen – und einige brauchen Monate, bis sie etwas erzählen”, so die Erfahrung der Trauerbegleiterin. In der anschließenden Freispielphase können die Kinder Angebote wie den Kickertisch nutzen, aber auch kreativ sein und malen oder etwas für das Grab des Verstorbenen basteln. „Sie können die Zeit nutzen, wozu sie Lust haben”, erklärt Kati Lüdecke. Sie hat beobachtet, dass die Kinder zu Beginn der Runde meist energiegeladen sind und ruhiger werden, wenn sie über ihre Trauer gesprochen haben. Während der Freispielphase wird das Thema Trauer immer wieder aufgegriffen, und auch untereinander kommen Gespräche auf. Geweint wird selten. „Die Stimmung ist fröhlich und glücklich”, erklärt die Sozialpädagogin, „das ist auch schön für die erwachsenen Begleitpersonen.” Kinder würden die Stimmung zu Hause merken und intuitiv Rücksicht nehmen, auch wenn man sie nicht darum gebeten habe. „Dadurch fragen sie zu Hause nicht nach – das versuchen wir hier aufzubrechen.” Kati Lüdecke bemüht sich, die tragischen Geschichten nicht zu nah an sich heranzulassen. „Natürlich nimmt man auch Sachen mit nach Hause”, erzählt die 36-Jährige. „Das hat sich auch geändert, seit ich eigene Kinder habe.” Man müsse gut auf sich achten. Dazu bleiben die Mitarbeiter untereinander immer im Gespräch. Vor und nach der Trauergruppe setzen sie sich zusammen, um alles durchzusprechen.

[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Enge Freundschaften
entstehen

Kurz vor Ende der Trauergruppe gibt es eine Abschlussrunde, zu der die Erwachsenen dazu kommen. Dann bekommen die Kinder die Möglichkeit, Fragen in den Raum zu stellen, die sie sich zu Hause nicht zu stellen getraut haben. Es geht um Details wie den genauen Todeszeitpunkt, das Lieblingsessen oder die letzten Worte des Verstorbenen. „Manchmal sind es traurige Fragen, aber es entstehen viele schöne und lustige Geschichten”, so die Trauerbegleiterin. Oft verabschieden sich Familien nicht, wenn sie meinen, dass sie die Trauerbegleitung nicht mehr benötigen. Kati Lüdecke hat dafür Verständnis. „Man merkt es, wenn es sich ausschleicht. Aber es ist schwer zu sagen, dies ist mein letztes Mal”, meint sie. In den Gruppen entstehen enge Bindungen – Freundschaften unter Familien durch die Trauergruppe sind keine Seltenheit, und auch Partnerschaften entstanden schon unter den Erwachsenen. Kati Lüdecke leitet bei PädIn seit der Geburt ihres ersten Kindes vor sieben Jahren ausschließlich die Trauergruppen für Kinder und Jugendliche, außerdem hält sie Vorträge zum Thema in Schulen und Kindergärten. „Der Tod ist ein megaspannendes Thema für Kinder”, weiß sie. In ihren Vorträgen rät sie den Familien, Kinder nicht vom Tod der nahestehenden Person fern zu halten. „Es fällt ihnen leichter, damit umzugehen, wenn sie den Verstorbenen noch mal gesehen oder sogar angefasst haben – es hilft ihnen, wenn man sie lässt. Wir empfehlen auch, Kinder mit zur Beerdigung zu nehmen. Es ist ein Familienfest, da ist es wichtig, dass sie nicht ausgeschlossen werden”, erklärt die Trauerbegleiterin. Auch für zu Hause gibt sie den Eltern Tipps, zum Beispiel für die oft schwere Weihnachtszeit ohne den Verstorbenen: „Man kann beim Weihnachtsbaum den schönsten Zweig abschneiden und ihn zum Grab bringen. Die Lücke am Baum zeigt dann auch zu Hause, dass etwas fehlt.” Die Sozialpädagogin weiß, dass nicht jeder Tipp für jeden geeignet ist – jede Familie müsse für sich herausfinden, was für sie am besten sei. „Es ist wichtig, im Gespräch zu bleiben.” Viele Familien kommen erst durch die Trauergruppe wieder miteinander ins Gespräch – zu vieles wird zu Hause nicht ausgesprochen. Das Gespräch über den Tod hält die Kinder zusammen. „Hier ist es normal, wenn jemand gestorben ist. Es entlastet die Familien, dass hier darüber gesprochen wird”, so Kati Lüdecke. Sie sieht deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern beim Umgang mit der Trauer: „Mädels reden, Jungs toben. Jungs versuchen, stärker zu sein und nicht drüber zu reden.” Die Sozialpädagogin bewundert die Kinder, wie einfach sie mit dem Thema Tod umgehen. „Es ist schwer, was manche Kinder aushalten müssen.” Die Trauergruppe könne jedoch nicht unbedingt eine Therapie ersetzen. Es gebe Familien, die eine begleitende Traumatherapie machen würden oder auf einen Therapieplatz warten. „Aber Therapien sind Einzeltherapien – das Gruppenangebot ist eine bewusste Entscheidung.” (JVE)

[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator style=“dotted“ border_width=“2″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_btn title=“Zur Übersicht von „Leute„“ color=“warning“ i_icon_fontawesome=“fa fa-th“ link=“url:%2Fleute%2F||“ add_icon=“true“][/vc_column][/vc_row]

Farbwechsel

[vc_row][vc_column][vc_column_text]editorial

Endlich kommt sie wieder, die Zeit mit heimeligem Kerzenschein auf Adventskränzen, mit dem würzigen Duft von Weihnachtsgebäck und Glühwein – und den zumindest in Lüneburg aus Bechern mit dem Libeskind-Bau als Motiv. Die Zeit der großen und vielen kleinen Weihnachts- und Kunsthandwerkermärkte, auf Marktplätzen ebenso wie in zahlreichen historischen Vierteln und Innenhöfen, auch in den Dörfern der Region. Geht’s Euch auch so, dass Ihr Euch nach den ganzen Amerikanismen von Halloween, Thanksgiving, Sale, Supersale und Megasale, von Schwarzen Freitagen und ganzen Wochen, bei einem Billigflieger (unglücklicherweise) gar Black Flyday genannt, Cyber-Montagen und was weiß ich noch alles, so richtig nach beschaulicher, besinnlicher klassischer Adventszeitstimmung sehnt? Den vorgezogenen Weihnachtskaufrausch gegen Gedanken eintauscht, wann ist meine Stadt wieder beleuchtet, wann belebe ich meine sozialen Kontakte wieder und gehe mit Familie, mit Freunden oder Kollegen zu einem Weihnachtsmarkt, wie soll denn diesmal der Weihnachtsbaum aussehen, was gibt’s Leckeres zu den Feiertagen? Was man so zur persönlichen Entschleunigung tun kann, ganz, ganz viele Ideen zu diesen Themen findet Ihr in dieser stadtlichter-Ausgabe. Apropos Entschleunigung, nicht die Herzfrequenz der AEC-Fans bei den ersten Siegen der Saison in Pokal und Liga mit dem neuem Trainer, nicht die der SVG-Fans beim 3:1 in Frankfurt, auch nicht das Herzflimmern bei frisch Verliebten, sondern das lebensbedrohliche Vorhofflimmern ist das Thema unserer aktuellen Reportage in dieser Ausgabe. Im Gegensatz dazu bieten wir auf vielen Seiten Tipps und Termine, die das Herz erfreuen sollen, auch viele Veranstaltungen im kommenden Jahr, deren Karten gut unter Euren Weihnachtsbaum passen werden, vom Konzert übers Ballett bis zur Oper, von Comedy übers Kabarett bis hin zu den großen Festivals in der Region, allen voran das OPEN R in Uelzen und das A Summer‘s Tale in Luhmühlen. Etwas gemeinsam mit dem Beschenkten erleben zu können… doppelte Freude. Das Herz höher springen lassen, dieses Gefühl können wir einigen Lesern auch in dieser Ausgabe schenken, dann, wenn sie als Gewinner einer unserer tollen Verlosungen in diesen Seiten benachrichtigt werden. Auch die 18-jährige Jacqueline Dittmers konnte gerade erst hr Herz springen spüren, wurde sie doch zur Adendorfer Eiskönigin gewählt. Glückwunsch! 

In diesem Sinne, genießt die Zeit der Vorfreude, genießt die stadtlichter-Lektüre. Wir wünschen Euch eine schöne, besinnliche Vorweihnachtszeit und ein frohes Fest! Am 28.12. ist dann, pünktlich wie immer, die Januarausgabe der stadtlichter überall erhältlich.

Eure stadtlichter[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

stadtlichter 12-2018

[vc_row][vc_column width=“1/2″][vc_raw_html]JTNDZGl2JTIwZGF0YS1jb25maWdpZCUzRCUyMjM0ODk2MTAlMkY2NjE2MDY1MSUyMiUyMHN0eWxlJTNEJTIyd2lkdGglM0E1MjVweCUzQiUyMGhlaWdodCUzQTM1MXB4JTNCJTIyJTIwY2xhc3MlM0QlMjJpc3N1dWVtYmVkJTIyJTNFJTNDJTJGZGl2JTNFJTBBJTNDc2NyaXB0JTIwdHlwZSUzRCUyMnRleHQlMkZqYXZhc2NyaXB0JTIyJTIwc3JjJTNEJTIyJTJGJTJGZS5pc3N1dS5jb20lMkZlbWJlZC5qcyUyMiUyMGFzeW5jJTNEJTIydHJ1ZSUyMiUzRSUzQyUyRnNjcmlwdCUzRQ==[/vc_raw_html][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_btn title=“das Magazin als PDF ansehen“ color=“orange“ i_icon_fontawesome=“fa fa-file-pdf-o“ add_icon=“true“ link=“url:%2Fmagazin_pdf%2Fonline_stali_1218.pdf||target:%20_blank“][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_btn title=“Zum Magazin-Archiv“ color=“orange“ i_icon_fontawesome=“fa fa-th“ link=“url:%2Fmagazin%2F||“ add_icon=“true“][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_text_separator title=“Unsere Partner“ color=“custom“ border_width=“2″ accent_color=“#dddddd“][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_basic_grid post_type=“post“ max_items=“10″ element_width=“6″ item=“8847″ grid_id=“vc_gid:1543836565487-f2866646-1160-2″ taxonomies=“30″ css=“.vc_custom_1445766164528{margin-top: 20px !important;margin-right: 30px !important;margin-bottom: 20px !important;margin-left: 30px !important;}“][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_basic_grid post_type=“post“ max_items=“10″ element_width=“12″ item=“8847″ grid_id=“vc_gid:1543836565488-dd8eaf13-ee76-2″ taxonomies=“31″ css=“.vc_custom_1445766146174{margin-top: 20px !important;margin-right: 30px !important;margin-bottom: 20px !important;margin-left: 30px !important;}“][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row]

Heisse Phase

[vc_row][vc_column][vc_column_text]editorial

Es geht heiß her. Nein, diesmal nicht gemeint in Richtung Klima und Fahrverbot, Landtagswahlen und Watschenbäume, sondern beispielsweise der Start in die Glühwein-Saison. Allerorten wird bereits kräftig aufgerüstet, um Glühwein weiß oder rot, mit oder ohne Schuss, Lumumba, Eierpunsch und ähnlich Teufelszeug rechtzeitig zum Beginn der Adventszeit zum Dampfen zu bringen. Natürlich in der Hoffnung, dass spätestens einige Tage vor dem 1. Advent der Sommer vorbei ist, die letzten Freibäder geschlossen sind und alle Fähren wieder fahren können – bevor das Elbe-Rinnsal möglicherweise bald zufriert. Verkehrte Welt. Heiß her geht’s schon seit ein paar Wochen im heißesten Kühlhaus des Nordens, dem Walter-Maack-Eisstadion. Der AEC ist zwar in den ersten Spieltagen noch nicht so richtig in Schwung gekommen, aber Verantwortliche und Spieler sind voller Zuversicht und Energie. Das müssen sie auch, denn der November stellt die Adendorfer Kufen-Cracks gleich vor drei große Herausforderungen: Bremen, der HSV und Nordhorn machen hier ihre Aufwartung. Auch die Bundesliga-Volleyballer haben im November eine Reihe Herausforderungen zu bestehen, während die Salzstadtkeiler, Lüneburgs Inlinehockey-Truppe, bereits ihre Regionalliga-Meisterschaft in der Tasche haben. Heiße Zeiten auch für die vielen ausgehfreudigen Lüneburger und Gäste, denn gleich am 3. November laden 18 Lüneburger Locations zur 14. Nacht der Clubs ein. Der Clou: 18 Mal Livemusik und nur einmal 8 Euro Eintritt zahlen.

Noch einmal sei das Wort heiß hier bemüht, denn für die Schulabgänger 2019 beginnt jetzt die heiße Phase in Sachen Berufswahl. Damit die gut gelingt, bieten jetzt bereits zwei Veranstaltungen professionelle Hilfen für Schüler und deren Eltern an, die Ausbildungsbörse der Arbeitsagentur in Uelzen und die Messe parentum in der Oberschule am Wasserturm in Lüneburg. Aktiv mit dabei sind zahlreiche Ausbildungsbetriebe der Region mit ihren Angeboten. Der frühe Vogel…

Apropos Wurm: Der ist offensichtlich drin in der bunten Shopping- und Gastrowelt der Hansestadt. Jedenfalls kann man aktuell gar nicht darüber hinwegsehen, wie viele Betriebe in den Flaniermeilen Lüneburgs dunkel sind. Das ist in der Gastro-Meile Schröderstraße besonders auffällig, aber auch in guten Lagen der Grapengießerstraße klaffen unübersehbare Lücken. An unserem Stammtisch haben wir Passanten nach ihren spontanen Ideen für diese vielen Leerstände gefragt. Mehr auf Seite 14. Da eine Reihe unserer Weihnachtsmärkte bereits in der Woche vor dem 1. Advent öffnen, allen voran der größte Markt der Weihnachtsstadt Lüneburg vor dem Rathaus, haben wir in dieser Ausgabe schon mal eine Vorschau für euch zusammengestellt.

In diesem Sinne wünschen wir Euch allen einen guten Start in die graue Zeit, hellt sie Euch einfach auf mit den vielen Angeboten an Kultur, Comedy, Musik und Geselligkeit, zum Beispiel beim After-Work-Punsch mit Kollegen, Freunden, Familie.

Eure stadtlichter[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Der teure Traum vom schöneren Wohnen

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Der Kauf- und Mietpreise kennen auch in Lüneburg nur eine Richtung-steil nach oben

[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Wohnen Sie im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung oder haben zumindest einen guten Vermieter, der Sie mit Mieterhöhungen nicht belästigt und dennoch das Sanieren nicht unterlässt? Dann können Sie sich beglückwünschen und sich reich beschenkt fühlen. An Umzug sollten Sie da ganz zuletzt denken. Denn die neue Immobilie könnte sie ganz schnell ganz arm machen…

Nicht nur in den Metropolen wie Hamburg, München, Frankfurt oder Berlin steigen die Immobilienpreise, auch die meisten der sogenannten Mittelstädte wie Lüneburg sind teure Pflaster geworden. Wer hier seinen Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen möchte, muss eine Menge Geld bewegen. Erst im Dezember sorgte eine Untersuchung des Portals immowelt.de für Furore, die die enormen Preissprünge seit 2012 aufdeckte. Aufgelistet waren dort 108 deutsche Städte mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern. Mit einer enor-men Verteuerung von 67 Prozent beim Wohneigentum landete Lüneburg auf Platz 2. Bundesweit hatte nur Rosenheim in Oberbayern mit 79 Prozent im selben Zeitraum einen noch größeren Sprung erlebt. Und heute: Gebessert hat sich nichts! Im Gegenteil. Die Preise steigen sogar noch weiter. Für eine 30-Quadratmeter-Wohnung in Lüneburg liegt aktuell der durchschnittliche Kaufpreis bei 2.486,28 Euro pro Quadratmeter. Bei einer 60-Quadratmeter-Wohnung zahlt man derzeit 2.900,24 Euro pro Quadratmeter. Der durchschnittliche Kaufpreis für eine 100-Quadratmeter-Wohnimmobilie in Lüneburg liegt zurzeit bei 3.263,97 Euro pro Quadratmeter. Und auch die Mieten klettern: Für eine 30-Quadratmeter-Wohnung liegt der durchschnittliche Mietpreis bei 11,93 Euro pro Quadratmeter. Für eine 60-Quadratmeter-Wohnung muss man durchschnittlich 9,59 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch legen. Der Preis für eine 100-Quadratmeter-Wohnung in Lüneburg liegt bei 9,99 Euro pro Quadratmeter. Die Gründe für den Irrsinn am Wohnungsmarkt sind bundesweit (fast überall) gleich und gelten auch für Lüneburg:

Baukosten steigen!

Die Kosten stiegen im Vorjahresvergleich um 4,1 Prozent (Statistisches Bundesamt). Dazu trägt auch der Staat bei: Die Zahl der Bauvorschriften hat sich seit 1990 auf 20.000 vervierfacht, so der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen.

  • Die Mietpreisbremse funktioniert  nicht!

Ziel der Mietpreisbremse war: Eigentümer dürfen bei Wiedervermietung höchstens zehn Prozent mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete verlangen. Aber: Häufig wissen Verbraucher nicht, ob die Mietbremsbremse für sie gilt. Dazu kommt: Vermietern drohen bei Verstößen keine Sanktionen. Und: Für modernisierte Wohnungen und Neubauten gilt die Bremse nicht.

  • Mieter müssen für Modernisierung zahlen!

Bei einer Modernisierung darf der Vermieter elf Prozent der Baukosten auf die Jahresmiete aufschlagen. In bestimmten Gegenden soll dies auf acht Prozent reduziert werden – bringt viele Mieter aber immer noch in finanzielle Not.

  • Nebenkosten steigen!

Mieter zahlen mehr für Nebenkosten. Der Deutsche Mieterbund rechnet gegenüber BILD für das Abrechnungsjahr 2017 mit 14 Prozent höheren Kosten fürs Heizen mit Öl. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung würden die Heizkosten um 93 Euro auf 758 Euro pro Jahr steigen. Auch für Dienstleistungen (u. a. Hausmeister, Hausreinigung) liegen die Kosten etwa um zwei Prozent höher. Bei den Betriebskos-ten rechnet man mit moderaten Aufschlägen (Wasser +1,3 %, Strom +1,7 %, Abwasser und Müllabfuhr je +0,2 %).[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]

  • Der wichtigste Grund: Es wird zu wenig gebaut!

Das gilt auch und besonders für die Hansestadt Lüneburg. Nur rund 62 Prozent des zu erwartenden Wohnbedarfs könnten abgedeckt werden, so eine aktuelle Studie. Dabei ist die Stadtverwaltung nicht untätig, das sieht jeder, der mit offenen Augen durch die Straßen geht. Gerade erst wurde das Tor zum neuen Hanseviertel-Ost weit geöffnet: 2019 soll mit dem Bau von über 1.400 Wohnungen und Einfamilienhäusern auf dem knapp 22 Hektar großen Areal begonnen werden. Das haben die Hansestadt und der Erschließungsträger, die Sparkassen Hanse Immobilien GmbH (SHI), bekanntgegeben. Doch Experten glauben nicht, dass das ausreicht, um die angespannte Wohnungssituation in der Stadt nachhaltig zu entspannen. Denn weiter suchen sich immer mehr Menschen in Lüneburg eine neue Heimat, nicht nur Studenten, auch viele junge Familien sind darunter, angelockt durch die gute Infrastruktur und die ÖPNV-Anbindung an die nahe Millionenstadt Hamburg. Manfred Neuhöfer, Geschäftsführer des Instituts F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt: „Lüneburg gehört zu den interessantesten Städten in Deutschland.“ Ein schnelles Ende des anhaltenden Preis-Höhenflugs zeichnet sich darum nicht ab. Das gilt übrigens auch fürs Umland. Deutlich teurer geworden sind Häuser und Wohnungen auch zum Beispiel in Wittorf, Hohnstorf (Elbe), Bleckede und Melbeck. Neben der Wohnungsknappheit erschweren auch schwarze Schafe unter den Vermietern die Lage für Wohnungssuchende. Sie nutzen die Notlage von Menschen mit wenig Geld aus (auch ihre Zahl hat sich in den letzten zehn Jahren in Lüneburg massiv erhöht) und belegen Wohnungen oft doppelt und dreifach. Die Stadt will jetzt eine Koordinierungsstelle einrichten, um derartigem Missbrauch möglichst schnell auf die Spur zu kommen. „Wir wollen eine Stelle schaffen, die genauer hinguckt und auch die Indikatoren festlegt, wann prekäre Wohnverhältnisse vorliegen und was es an Mindeststandards geben muss“, sagte Pia Steinrücke, Stadträtin für Bildung, Jugend und Soziales, gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Wichtig wäre die Einführung eines Wohnraumschutzgesetzes für Niedersachsen. Denn nur dann hätten Kommunen die Handhabe, problematischen Mietverhältnissen von sich aus leichter nachgehen zu können. Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge hatte ein solches Gesetz zuletzt gefordert, doch vor 2019/2020 ist damit – wenn überhaupt – nicht zu rechnen. Mädge: „Viel zu spät. Wir brauchen das Gesetz besser heute als morgen. Das Land sollte hier so schnell wie möglich beschließen.“ (RT)

Entwicklung des Immobilien-marktes und aktuelle -Wohnungspreise in Lüneburg: www.wohnungsboerse.net/immobilienpreise-Lueneburg/4778

 

 

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Unter Magiern, Elfen und Gestaltwandlern

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Die Lüneburgerin Carola Meissl startet als Fantasy-Autorin durch[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Carola Meissl hätte nicht daran geglaubt, dass sich ihr Traum so schnell erfüllen würde. Die Lüneburgerin ließ ihren alten Job hinter sich und wurde Fantasy-Autorin. Unter dem Pseudonym Karolyn Ciseau hat sie in nur zwei Jahren sieben Romane herausgebracht. Schon im Grundschulalter träumte Carola -Meissl, die in Bad Vilbel bei Frankfurt aufgewachsen ist, davon, Schriftstellerin zu werden – sie liebte das Geschichtenschreiben. Als Schülerin hatte sie an Kurzgeschichtenwettbewerben teilgenommen und auch gewonnen. Doch ihre Eltern warnten sie, von der Schriftstellerei könne man nicht leben. „Dann wollte ich Journalistin werden”, erzählt die 32-Jährige. Nach einem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen absolvierte Carola -Meissl ein Volontariat in der Öffentlichkeitsarbeit für die Niedersächsische Sparkassenstiftung. Anschließend machte sie sich als Texterin selbstständig, doch Zufriedenheit wollte sich bei der jungen Frau nicht richtig einstellen. „Ich habe gemerkt, dass es nicht meins ist, sich so präsentieren zu müssen”, erzählt sie. Schließlich war es ihr Mann, der Carola Meissl ermutigte, den Traum von der Schriftstellerei wieder aufzunehmen. Sie gab sich ein Jahr, um als Autorin Fuß zu fassen.

Spaß am Marketing

Nach ihrem Germanistik-Studium hatte Carola Meissl erst den Anspruch an sich, hochtrabende Literatur wie Thomas Mann oder andere große Autoren zu verfassen. „Ich dachte, ich muss jetzt etwas ganz Besonderes schreiben”, erinnert sie sich. Doch sie besann sich ihrer eigenen Interessen: der Fantasy. Als passionierte Leserin von Fantasy-Romanen und TV-Serienbegeisterte lag es für sie auf der Hand, sich selbst literarisch in diesem Gebiet auszulassen. Inspiration erhielt sie zusätzlich durch ihre Reisen in Länder, die durch verwunschene Natur und düsteres Wetter bekannt sind, wie Irland, Island, Schottland oder Norwegen. An Ideen mangelte es der Jungautorin von Anfang an nicht. Im Gegenteil – sie sprudelten nur so aus ihr heraus. Um den langen, beschwerlichen Weg über Buchverlage zu vermeiden, entschied sich Carola Meissl bewusst für das Self-Publishing – für viele Jungautoren oft eine Notlösung. „Der Weg über Verlage kann ein bis zwei Jahre dauern”, meint sie. „Beim Self-Publishing muss man sich zwar um Lektorat, Cover und Marketing selbst kümmern, aber das wollte ich auch. So kann ich alles selbst bestimmen, und Marketing hat mir schon immer Spaß gemacht.” An ihrem ersten Buch, dem ersten Teil der so genannten „Zeitenwanderer Chroniken”, „Gefangen”, schrieb Carola Meissl ein halbes Jahr. In der Zwischenzeit suchte sie sich eine Lektorin. Nach dem mehrwöchigen Lektorat ging es an Ausbesserungen, gleichzeitig suchte die Autorin über Facebook Testleser, die Bewertungen schreiben sollten. Um sich an jüngere Leser zu wenden, startete sie über Instagram Blogger-Aktionen, um auf Blogs erwähnt zu werden. In der Vermarktung kannte sie sich durch ihr Volontariat gut aus.

Abspaltung durch Pseudonym

Unsicher, ob ihr erstes Buch ein Erfolg werden würde, entschied sich Carola Meissl für ein Pseudonym und schrieb von Beginn an als Karolyn Ciseau. „Ich wollte nicht, falls es scheitert, dass man es mit meinem Namen verbindet”, erklärt die 32-Jährige. Der Erfolg hat sich zwar eingestellt, doch ihr zweites Ich will sie sich erhalten. „Es ist für mich eine Art Abspaltung.”[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“1/2″][vc_column_text]Seit Februar 2017 ist „Gefangen” ausschließlich über Amazon erhältlich. Der Versandhändler druckt im Print on Demand-Verfahren, sobald eine Bestellung eingeht, außerdem generiert Amazon das E-Book zum Herunterladen. Die Autorin erhält pro verkauftem Buch 70 Prozent Tantiemen, bei den E-Books läuft die Bezahlung pro gelesener Seite. Die Werbung hatte sich gelohnt – ihr Erstlingswerk verkaufte sich gut. Carola Meissl weiß jedoch, wie es läuft auf dem Buchmarkt. Entscheidend seien die ersten Wochen, dann sei man schnell wieder weg vom Fenster, erläutert sie. Und so war ihr klar, dass sie schnell nachlegen muss, wenn sie im Gespräch bleiben will. „Im Schnitt sollte ein Self-Publisher alle drei Monate ein neues Buch herausbringen”, meint sie. Inzwischen gibt es insgesamt fünf Bücher der Zeitenwanderer Chroniken, außerdem zwei eigenständige Fantasy-Romane. Als frische Buchautorin musste Carola Meissl erst lernen, mit der Kritik der Leser umzugehen. „Bei der ersten Kritik wollte ich das Buch wegwerfen”, erinnert sie sich. „Aber man hat immer Kritik. Was der eine mag, hasst der andere. Am Anfang zuckt man sehr zusammen.” Auch wenn die Verkäufe nicht schlecht liefen, nahm die Lüneburgerin anfangs kaum Geld ein. „Im ersten Jahr dachte ich, ich renne mit dem Kopf gegen die Wand”, erzählt sie. Sie schrieb weiter und ließ sich nicht entmutigen, schließlich hatte sich bereits eine kleine Fangemeinde entwickelt.

Umbruch beim vierten Buch

Den großen Umbruch erlebte sie mit dem Erscheinen ihres vierten Buches, „Ein Herz aus Eis und Schnee”, das Anfang 2018 herauskam. „Mit dem Buch lief es plötzlich total gut. Ich glaube, ich hatte einfach genügend Fans gesammelt”, meint sie. Der Roman landete in den Top 100 aller bei Amazon angebotenen Bücher und stand zwischenzeitlich im Bereich Fantasy sogar auf Top 1. Für Carola Meissl ein besonderer Moment: „Seitdem kann ich davon leben.” Rund 20.000 Bücher hat sie als Karolyn Ciseau bereits verkauft. Gut kann sie sich noch daran erinnern, wie es war, ihr erstes Buch in den Händen zu halten: „Das ist ein tolles Gefühl, das erste Buch fertig zu haben.” Den Großteil ihrer Leser erreicht die Autorin über das Online-Angebot Kindle Unlimited von Amazon. Über Facebook hält sie Kontakt zu ihren größtenteils weiblichen Fans. Für Carola Meissl ist es immer noch eine absurde Vorstellung, dass jemand Interesse an einem von ihr signierten Buch haben könnte. Wie ein Star kommt sie sich nicht vor.

Finalistin beim Storyteller Award

Den nächsten Höhepunkt in ihrem Autorendasein erreichte Carola Meissl vor kurzem, als sie sich um den Kindle Storyteller Award bewarb, mit dem jedes Jahr die besten Bücher von verlagsunabhängigen Autoren ausgezeichnet werden. Mit ihrem neuesten Fantasy-Roman „Das Blatt des dunklen Herzens”, einer Liebesgeschichte rund um Magier, Elfen, Menschen und Gestaltwandler, wurde sie tatsächlich als eine von drei Autoren für den Hauptpreis nominiert, der auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wurde. Ausgewählt wurden diese anhand ihrer Beliebtheit, die durch Verkaufszahlen, gelesene Seiten und positive Kundenbewertungen ermittelt wurde. Carola Meissl hatte nicht damit gerechnet, unter die besten drei Autoren zu kommen, denn die Konkurrenz war groß. Den Kindle Storyteller Award gewann Carola Meissl nicht – der ging an Ella Zeiss – doch die Lüneburger Autorin ist jetzt richtig in Fahrt. Momentan schreibt sie am zweiten Teil von „Das Blatt des dunklen Herzens”, der Anfang 2019 fertig sein soll. Sie ist immer noch überrascht über ihren raschen Erfolg als Schriftstellerin. „Ich hab‘ gedacht, ich mache das ein Jahr und das war’s dann. Wäre das erste Buch ein Flop gewesen, hätte ich im zweiten Jahr aufgehört.” Mit Self-Publishing könne man richtig gutes Geld verdienen, wenn man eben mehr als nur ein Buch schreibe, fügt sie hinzu. Die Autorin sammelt ihre Ideen, die ihr auch nach sieben Büchern nicht ausgehen, in einem Zettelkasten auf ihrem Computer, ihr kritischster Leser, Berater und Lektor ist ihr Mann, der sich im Fantasy-Sektor auch bestens auskennt. Wenn ein Buchautor erfolgreich ist, geht das allerdings auch nicht an den Verlagen vorbei. Inzwischen hat Carola Meissl zwei Angebote von Jugendbuch- und Fantasy-Verlagen erhalten, über die sie sich nun ernsthafte Gedanken machen muss. „Das ist spannend und bestimmt noch mal anders mit Verlag. Man spricht auch andere Fans an und erreicht mehr Printleser.” Als sie das erste Angebot erhielt, weinte sie vor Freude – sie konnte ihr Glück kaum fassen. „Das ist toll, wenn man bedenkt, dass einige ihre Manuskripte überall erfolglos einschicken.” (JVE)[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator style=“dotted“ border_width=“2″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_btn title=“Zur Übersicht von „Leute„“ color=“warning“ i_icon_fontawesome=“fa fa-th“ link=“url:%2Fleute%2F||“ add_icon=“true“][/vc_column][/vc_row]