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Falsche Polizisten, Falsche Gewinne, Falsche Corona-Tester!

Es kann jeden treffen: Die Maschen der Telefon-Betrüger werden immer skrupelloser …

Das Telefon als Helfershelfer von Kriminellen! Der Schaden geht jedes Jahr in die Hunderte Millionen. Dazu kommt eine hohe Dunkelziffer, denn viele Opfer zeigen den Betrug aus falscher Scham nicht an. Aktuell gibt es mehrere Betrugsmaschen, vor denen die Landeskriminalämter die Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich warnt. Neben dem Enkeltrickbetrug, der bundesweit weiter viele Opfer fordert, gibt es auch immer mehr gemeldete Straftaten im Zusammenhang mit Corona. So melden sich Kriminelle am Telefon und täuschen vor, dass Angehörige erkrankt seien und man ihnen helfen könnte, indem man noch nicht zugelassene Medikamente finanziere.

Kriminelle geben sich als Banker aus

Eine andere perfide Masche: Im Fall eines Rentners aus dem Landkreis Lüneburg gaben sich Unbekannte als Bankmitarbeiter aus. Sie behaupteten, dass sich der Angerufene bei seinem letzten Besuch in der Filiale seiner Hausbank mit dem Virus angesteckt habe. Auch das abgehobene Geld sei angeblich von den Viren kontaminiert worden. Die Anrufer forderten dazu auf, das Geld in eine Tüte zu verpacken und vor die Haustür zu stellen. Anschließend werde ein Bankmitarbeiter das Geld abholen und reinigen. Glücklicherweise fiel der Rentner nicht auf den Trickbetrug herein, er informierte seine Tochter, die in der Nachbarschaft wohnt. Sie rief die Polizei. Eine ebenfalls weitverbreitete Masche reicht vom Einfordern von Gebühren für die angebliche Teilnahme an Gewinnspielen bis hin zu falschen Gewinnversprechen. Die Täter agieren meist aus Call-Centern in der Türkei, geben sich als Rechtsanwälte oder Notare aus und informieren die Angerufenen beispielsweise über den angeblichen Gewinn eines hohen Geld- oder Sachpreises. Sie suggerieren, dass der Gewinn nur ausgezahlt werden kann, wenn der Gewinner in Vorleistung tritt. Es sollen im Voraus Gebühren, Steuern oder andere Kosten bezahlt werden. Eine Verrechnung mit dem Gewinn wird mit unterschiedlichsten Begründungen abgelehnt. Die Opfer sollen die Beträge beispielsweise überweisen, in bar an einen Abholer übergeben oder per Post ins Ausland versenden.

Gewinne sind nur vorgetäuscht

Unabhängig von der Zahlung erfolgt niemals eine Gewinnausschüttung – ein Gewinn existiert nicht! Sind Bürgerinnen und Bürger nach Vorauszahlung Opfer einer solchen Betrugsmasche geworden, so müssen sie damit rechnen, immer wieder von Betrügern angerufen und zu weiteren Zahlungen aufgefordert zu werden. So geben sich die Call-Center-Mitarbeiter auch als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus und behaupten, dass sich die Angerufenen durch die Erstzahlung strafbar gemacht haben und ein angeblich gegen sie eingeleitetes Ermittlungsverfahren nur gegen eine weitere Zahlung schnell und unkompliziert abwendbar sei. Die Täter setzen die Opfer massiv unter Druck, wenn diese keine weiteren Zahlungen leisten wollen. Selbst wenn Opfer kein Geld mehr haben und alle Ersparnisse bereits aufgebraucht sind, lassen die Täter nicht von ihren Opfern ab und fordern dazu auf, Geld zu leihen oder einen Kredit aufzunehmen. Um die eigene Glaubwürdigkeit zu erhöhen, manipulieren die Betrüger gezielt die eigene Rufnummer, die im Telefondisplay des Opfers erscheint. Dort wird die Rufnummer einer deutschen Stadt angezeigt, obgleich sich der Täter bei seinem Anruf in einem Call-Center in der Türkei befindet. Passend zu einem Anruf eines vermeintlichen Notars aus Hamburg (oder auch aus Lüneburg) kann so auch eine Nummer mit Hamburger Vorwahl im Display des Angerufenen erscheinen. Tipps: Schenken Sie telefonischen Gewinnversprechen grundsätzlich keinen Glauben – insbesondere wenn die Einlösung des Gewinns an Bedingungen geknüpft ist. Lassen Sie sich von angeblichen Amtspersonen am Telefon nicht unter Druck setzen. Angehörige deutscher Strafverfolgungsbehörden würden Sie niemals am Telefon zu einer Geldüberweisung nötigen. Geben Sie darüber hinaus niemals telefonisch persönliche Informationen weiter: keine Telefonnummern, Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder Informationen zum persönlichen Umfeld. Wer im Übrigen glaubt, nur Ältere und besonders Leichtgläubige sind Opfer der Betrüger, irrt! Es kann jeden treffen, denn die Methoden der Gauner sind teilweise nicht zu durchschauen: So werden derzeit vor allem jüngere Handy-Besitzer mit gefälschten SMS bombardiert, hinter denen eine gefährliche Spionagesoftware lauert. In der Nachricht wird behauptet, dass sie von einem Paketzusteller gesendet wurde und man eine Lieferung per Klick auf einen Link bestätigen müsse. Sabine P. aus Winsen/Luhe geriet an Kriminelle, die sich eines gemeinen Tricks bedienen, der aus den USA nach Deutschland geschwappt ist. Ein unbekannter Anrufer meldete sich bei ihr und fragte scheinbar harmlos „Können Sie mich gut hören?“ Offensichtlich versuchte er, von Sabine P. das Wort „Ja“ herauszubekommen. Allein darauf hatte er es abgesehen, wie sich herausstellte. Denn die böse Überraschung für die Versicherungsfachfrau folgte nur ein paar Tage später im Briefkasten: Eine teure Rechnung samt der Drohung, bei Zahlungsverweigerung sei ein negativer Schufa-Eintrag und der Besuch eines Inkassobüros unumgänglich. Zudem, so hieß es weiter in dem Schreiben, sei der Telefonmitschnitt mit dem deutlichen „Ja“ eindeutig als rechtsgültiger Kaufvertrag zu verstehen. Glücklicherweise ließ sich Sabine P. nicht einschüchtern und suchte einen Rechtsanwalt auf. Der klärte sie auf, dass Verträge auch übers Telefon abgeschlossen werden können. Hierbei muss jedoch der angebliche Verkäufer zunächst beweisen, dass der Vertrag zustande gekommen ist. Und er muss am Telefon ein konkretes Angebot unterbreitet haben. Da es daran jedoch gefehlt habe, müsse die Angerufene auch nicht zahlen, die Betrüger gehen leer aus … (RT)

Maske als Nährstoff für die Natur

Die Lüneburger Lea Lensky und Victor Büchner haben biologisch abbaubare Masken entwickelt

An das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes haben wir uns schon gewöhnt. Doch durch die vielerorts obligatorischen medizinischen OP- und FFP2-Masken produzieren wir massenhaft Müll, der streng genommen Sondermüll ist und die Umwelt stark belastet. Und auch für den Menschen sind sie nicht frei von Schadstoffen. Zwei Lüneburger Studierende wollten das nicht so hinnehmen: Lea Lensky und Victor Büchner entwickelten Masken, die biologisch abbaubar sind. Sie gründeten die Firma Holy Shit, die Viva Mask ist ihr erstes Produkt. Lea Lensky (24) aus Braunschweig und Victor Büchner (23) aus Hamburg studieren in Lüneburg unterschiedliche Studiengänge, sie Betriebswirtschaftslehre und Kulturwissenschaften, er International Business Administration & Entrepreneurship am Leuphana College. Die beiden eint das Nebenfach Nachhaltigkeitswissenschaften, zusammen arbeiten sie als studentische Hilfskräfte bei Prof. Dr. Michael Braungart, Professor für Oködesign und zudem Wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts. Mit Professor Braungart als Gesellschafter gründeten die Studierenden im Mai 2020 die gemeinnützige GmbH „Holy Shit” mit Sitz in Lüneburg. Die Entwicklung der besonderen Masken wurde ihr erstes Projekt. Aus Daten des Bundeswirtschaftsministeriums hat Professor Braungart die zu erwartenden Abfallmengen hochgerechnet und ist so auf einen jährlichen Bedarf an Atemschutzmasken von etwa zwölf Milliarden Stück gekommen. Lea, Victor und andere Studierende erfuhren in seinem Seminar davon. „Da wollten wir etwas gegen tun”, so Lea Lensky.

Gesund für Umwelt und Menschen

Bei den neu entwickelten Masken geht es nicht nur um die Umwelt, sondern auch um die Gesundheit seiner Träger. Laut Angaben des Hamburger Umweltinstituts unter Braungarts Leitung enthielten die dort untersuchten Einwegmasken „teils erhebliche Mengen an Schadstoffen” wie etwa „flüchtige organische Kohlenwasserstoffe und Formaldehyd”. Zudem könnten gerade beim Tragen lungengängige Mikroplastikfasern eingeatmet werden, die sich dann im menschlichen Körper anreichern könnten. Obwohl man bei mehr als 2.000 Maskenherstellern die Ergebnisse sicher nicht pauschalisieren könne, so Victor, spielten diese Erkenntnisse bereits Maskenverweigerern in die Hände. Doch Lea stellt klar: „Wir sind keine Maskengegner, aber wir wollten gesunde Masken herstellen.” Während es am Anfang der Corona-Pandemie um die schnelle Versorgung der Bevölkerung mit Masken gegangen sei, sei nun die richtige Versorgung wichtig – nicht das Nichttragen. Die von Holy Shit entwickelten Alltagsmasken sind nicht nur biologisch abbaubar, sie gehen noch einen Schritt weiter: Sie entsprechen dem Cradle-to-Cradle-Prinzip, übersetzt „von der Wiege zur Wiege”. Das Prinzip wurde Ende der neunziger Jahre von dem Umweltchemiker Prof. Dr. Michael Braungart und dem US-amerikanischen Architekten William McDonough begründet. Ihre Grundlage ist ein Produktdesign, bei dem Abrieb- und Verschleißprodukte und solche, die in biologische Systeme gelangen können, der Natur als Nährstoff zurückgeführt werden. So sollen technische Nährstoffe immer wieder verwendet werden können. Auch das Produkt Viva Mask sollte nach diesem Prinzip designt werden. „Cradle-to-Cradle definiert schon vorher, was drin ist. In der Kreislaufwirtschaft bleibt Müll einfach Müll”, so Victor, bei Cradle-to-Cradle blieben hingegen am Ende Nährstoffe für die Natur. Durch Professor Braungart, seine Erfahrung, finanzielle Unterstützung und guten Kontakte nahm das Projekt Viva Mask schnell an Fahrt auf – in einer Zeit, in der auch an der Universität weitgehend auf Präsenzveranstaltungen verzichtet wird. Bei ihrer Entwicklung griffen Lea Lensky und Victor Büchner auf eine Lis-te von rund 11.000 Materialien zurück, die für -Cr-adle-to-Cradle zertifiziert sind. Dafür mussten zunächst die Funktionen festgelegt und dann Materialien ausgewählt werden, wozu sie sich Stoffproben zuschicken ließen. „Ein halbes Jahr lang haben wir uns digital über Zoom getroffen, wir übernahmen die Materialseite”, erklärt Lea. Für den wissenschaftlichen Hintergrund stand Holy Shit in engem Kontakt mit Studierenden der Leuphana. Für die Textilherstellung ist das Schweizer Unternehmen Climatex AG zuständig, den Vertrieb übernimmt Viotrade.

Hauptmaterial Zellstoff

„Die Viva Mask war unser erstes Produkt überhaupt, wir wussten nicht, wie lange so eine Entwicklung dauert”, erklärt Lea. Nach fünf bis sechs Monaten stand das Produkt. „Viele Leute sind da mit großen Ambitionen rangegangen. Wir arbeiten glücklicherweise mit erfahrenen Unternehmen zusammen”, so Victor. „Und wir sind in der glücklichen Lage, dass Professor Braungart viele Kontakte hat.” Für ihre Viva Mask wählten Lea und Victor als Hauptmaterial einen Zellstoff aus Buchen- oder Eukalyptus-Holz. Dabei handelt es sich um schnell nachwachsende Rohstoffe aus FSC-zertifizierten Plantagen. Ihr Anbau benötigt nach eigenen Angaben etwa sechsmal weniger Ackerfläche als Baumwolle. Chemische Düngemittel oder genetische Manipulationen kommen nicht zum Einsatz. Die elastischen Ohrenbänder der Maske sind aus biologisch abbaubarem Elasthan. Nach ihrem Gebrauch könne die Viva Mask ohne Bedenken in biologische Systeme oder die Umwelt abgegeben werden, versichern die Hersteller – hier diene sie der Natur als Nährstoff. Masken von Viva Mask, die in drei Größen erhältlich sind, sind in der Anschaffung teurer als Einwegmasken, aber nicht teurer im Vergleich zu Mehrwegmasken. „Nach achtmal waschen ist man günstiger dabei”, erklärt Victor. Ihre Maske kann bis zu 50 Mal gewaschen werden, und das bei bis zu 95 Grad. Um auf die Tragepflicht von FFP2-, FFP3- oder OP-Masken zu reagieren, entwickelten die Studierenden zusätzlich einen Filter, der in die Maske geschoben wird. Der zu 99 Prozent biologisch abbaubare Zellulose-Filter hat bereits eine FFP3-Zertifizierung erhalten, während die Zertifizierung von Maske und Filter zusammen noch aussteht und bald erwartet wird. Seit ihrem Verkaufsstart im Oktober 2020 wurden rund 10.000 Viva Masks verkauft. Die Produktion erfolgt an Stätten in Deutschland, der Schweiz und Polen.

Beispielprodukt für Cradle-to-Cradle

Was den Stoff angeht, verspricht die Viva Mask nur gute Eigenschaften: Der antibakterielle, superweiche Stoff beuge Ausschlägen und Hautreizungen vor, sei hypoallergen, absorbiere 50 Prozent mehr Feuchtigkeit als Baumwolle und passe sich den Temperaturen an, so die Produktbeschreibung. Der Körper nehme durch den speziellen Mund-Nasen-Schutz kein Mikroplastik auf, die Maske enthalte nur biologische, hautverträgliche Materialien und einen vollkommen chlorfreien Fasertyp. Die Viva Mask ist für die Gründer und Geschäftsführer von Holy Shit erst der Anfang. „Die Maske soll ein Beispielprodukt sein, wie man es machen soll”, so Lea. Weitere Produkte nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip seien in Planung, aber noch geheim. „Im Grunde kann man jedes Produkt nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip herstellen”, ist Victor überzeugt. Während die beiden Studierenden maßgeblich an der Entwicklung der innovativen Masken beteiligt waren, zielt ihr Unternehmen Holy Shit künftig auf die wissenschaftliche Beratung ab, als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Finanzieller Gewinn spiele bei ihrer Firma keine Rolle. „Das ist eine Leidenschaft, eine Überzeugung”, so Victor, „da verdient eigentlich keiner was dran.” Auch wenn die beiden Studierenden ihren Mas-terabschluss vor Augen haben und vielleicht sogar Lüneburg verlassen wollen, soll Holy Shit ein Lüneburger Unternehmen bleiben. (JVE)

 

Listen

editorial

Listenplätze sind beliebte Plätze. Je nachdem, wo man auf einer Liste steht, sagt dies manchmal auch etwas über das persönliche Ranking aus, in einer Partei beispielsweise, vor einer Wahl. Und so wird das Vor-Wahl-Vokabular für die Niedersachsen wieder aus der Versenkung geholt, denn im September ist Wahlzeit, und noch vor der Bundestagswahl am 26. September findet am 12. September die niedersächsische Kommunalwahl statt. Dann gibt es sie wieder, die unzähligen Listen, Kandidatenlisten, Wählerlisten, Listenplätze. Prominenteste Wahl ist wohl die des Oberbürgermeisters/der Oberbürgermeisterin in Lüneburg, denn der bisherige Amtsinhaber tritt nach 30 arbeits- und erfolgreichen Jahren nicht wieder zur Wahl an. „Hansestadt Lüneburg, Der Oberbürgermeister“. Diese Marke könnte ob der regen Beteiligung von politisch engagierten Frauen am Lüneburger Wahlgeschehen – drei Frauen und zwei Männer bewerben sich um das Amt – vielleicht demnächst auch den Briefkopf „Hansestadt Lüneburg. Die Oberbürgermeisterin“ tragen. Dass aber „OB“, die gängige Abkürzung für den Oberbürgermeister übertragen dann auch OBin heißen könnte, daran wird man sich noch gewöhnen müssen. Listen bestimmen auch das Pandemiegeschehen. So gibt es Listen, in die man sich eintragen muss, sollte man in Versuchung kommen, etwas zu kaufen, was nicht essbar ist und zur Körperpflege gehört. Dank Einzug der Luca-App wird’s aber schon spürbar weniger. Listen gibt’s aber auch für Impfwillige. Wartelisten nämlich. Während es aktuell wartelistenlos, tatsächlich auch vom einen auf den anderen Tag, bei Hochrisikogruppenzugehörigen funktioniert, bleiben die anderen zwar terminlos, kommen aber auf die Warteliste. Aber auf welchen Platz der Warteliste? Und während die eine Liste längst noch nicht abgearbeitet ist, wird schon die nächste eröffnet. Aber man ist ja erst einmal getrös-tet – man hat ja einen Platz auf der Liste. 

Gleichwohl gilt voller Hochachtung der Dank an die vielen Mitarbeitenden und freiwilligen Helfer in den Impfzentren für ihren gründlichen und geduldigen Einsatz – kürzlich auch noch in Form von Sonderschichten am Wochenende. Eine Liste der Ungereimtheiten lohnt sich derweil aber nicht anzulegen, denn bevor das Geflecht an neuen Zahlen, Verordnungen, Öffnungen und Schließungen durchdrungen ist, gibt es schon wieder Neues, aber nicht für jeden das Gleiche. Und das zeugt letztlich aber davon, dass alle bemüht sind, das Beste rauszuholen. Also, bleibt optimistisch, wir bleiben es auch und haben vor allem deshalb wieder viele Angebote zusammentragen können, die Euch nach vorn schauen lassen.

Ach ja, unser Appell an alle, die auf Wartelisten stehen – nutzt derweil regelmäßig die vielen kostenlosen Testangebote. In diesem Sinne wünschen wir Euch allen einen schönen Mai. Bleibt gesund! 

Eure stadtlichter

Impfzentrum statt Kreishaus

Mirko Dannenfeld leitet das Lüneburger Corona-Impfzentrum

Das hätte sich Mirko Dannenfeld in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt, dass sein Beamtendasein einmal so aufregend werden würde: Der 50-jährige Leiter des Fachdienstes Ordnung des Landkreises Lüneburg leitet das im Januar eröffnete Corona-Impfzentrum Lüneburg. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist Mirko Dannenfeld ganz nah dran am Geschehen. Schon im Frühjahr 2020 mussten er und seine Mitarbeiter sich mit der Frage auseinandersetzen, wie man das Klinikum Lüneburg entlasten könne, wenn es durch die Versorgung von Corona-Patienten an seine Belastungsgrenze stoßen würde. Ein Hilfskrankenhaus wurde geplant, doch es musste zum Glück nicht zum Einsatz kommen. Mitte November erhielt der Landkreis Lüneburg schließlich vom Land Niedersachsen den Auftrag, ein Corona-Impfzentrum aufzubauen. So mussten Mirko Dannenfeld und sein Team aus zehn bis 15 Mitarbeitern tätig werden. „Wir mussten ein geeignetes Objekt finden, den Ausbau organisieren und Material beschaffen”, so Dannenfeld. Es gab ein Rahmenkonzept des Landes, die Durchführung sollte von den Räumlichkeiten abhängen. Bei der Standortsuche gaben die Gemeinden des Landkreises Rückmeldung über bestehende Räumlichkeiten – diese sollten eine gewisse Größe sowie eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr haben, Parkmöglichkeiten bieten und barrierefrei sein. Auch Makler der Region wurden angefragt.

Standort ist ein Glücksgriff

Die Suche nach einem geeigneten Standort für das Impfzentrum beschäftigte Mirko Dannenfeld etwa drei Wochen. „Ich bin selbst unterwegs gewesen und habe mir viele Objekte angeguckt, oft alleine“, erzählt der 50-Jährige. Kreiseigene Schulsporthallen und Veranstaltungsorte der Stadt schlossen er und sein Team sofort aus. Da keiner vorhersehen kann, wie lange das Impfzentrum gebraucht wird, wollte man die Räume nicht über Monate blockieren, so Dannenfeld. Nach einer Woche kristallisierte sich ein Standort in Adendorf heraus, doch der Besitzer sagte nach reiflicher Überlegung wieder ab. Schließlich bot das Unternehmen Deerberg von selbst eine Halle an der Zeppelinstraße als Standort für das Impfzentrum an. „Das war ein Glücksgriff. In Lüneburg sind Gewerbeflächen sehr gefragt, die Suche war nicht so einfach”, erklärt Dannenfeld. Mit der Einrichtung des Lüneburger Impfzentrums wurden die Katastrophenschutzbehörden betraut. Weihnachten war der Rohbau fertig. „Wir hätten theoretisch am 23. Dezember in Betrieb gehen können”, erklärt Dannenfeld, „aber mir war von vornherein klar, dass der Plan des Landes sehr ambitioniert war, noch im Dezember mit dem Impfen anzufangen.” Schon frühzeitig habe sich herumgesprochen, dass der Schwerpunkt zunächst auf den mobilen Teams liegen würde, die die Bewohner von Altenpflegeheimen impfen sollten. Dennoch luden Mirko Dannenfeld und sein Team noch drei Tage vor Weihnachten 75 Personen zu Auswahlgesprächen ein und wählten 15 Mitarbeiter für das Impfzentrum aus. „Wir sind von Initiativbewerbungen überrannt worden”, so der Leiter. Obwohl noch keine Impfungen vor Ort durchgeführt werden konnten, nahm das Impfzentrum an der Zeppelinstraße am 5. Januar seinen Betrieb auf. Hier arbeiten vier Personengruppen: Ärzte, Verwaltungshelfer mit entsprechender Ausbildung, Unterstützungskräfte, die die Besucher vor Ort an die Hand nehmen, und Impfbefähigte aus dem medizinischen Bereich. Alle Mitarbeiter standen hier ab Januar in den Startlöchern, doch zunächst konnten nur die vier mobilen Teams aktiv werden, die von Mitarbeitern der Hilfsorganisationen unterstützt werden. Ab der ersten Januarwoche und bis zum 9. Februar erhielten alle Bewohner der Lüneburger Altenpflegeheime und Einrichtungen der Tagespflege, die eine Corona-Impfung wünschten, ihre erste Impfdosis. Auch Mirko Dannenfeld begleitete zu Anfang ein mobiles Team, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Noch bis Anfang März sind die mobilen Teams in der Stadt für die zweite Impfung in den Einrichtungen unterwegs.

Bis zu fünf Impflinien

Im Lüneburger Impfzentrum kann mit bis zu fünf Impflinien gleichzeitig gearbeitet werden, in diesem Fall müssen auch fünf Ärzte vor Ort sein. „Wir haben sehr viele niedergelassene Ärzte, auch aus anderen Landkreisen und Bundesländern. Auch Ärzte im Ruhestand sind tageweise dabei. So sind wir in der Lage, ein relativ breites Zeitfenster abzudecken”, erklärt Mirko Dannenfeld. Doch ausgelastet ist das Zentrum aufgrund der knappen Impfstoffversorgung noch nicht. Anfang Februar startete der Betrieb in Lüneburg mit zwei Impflinien, je nach Impfstofflieferung an fünf bis sechs Tagen die Woche. Bis zum 17. Februar wurden im Landkreis Lüneburg insgesamt 8.700 Impfungen durchgeführt, davon knapp 3.000 Zweitimpfungen. Momentan sind rund 1.100 Impfungen pro Woche im Lüneburger Impfzentrum möglich. „Sehr wahrscheinlich Ende März sollen alle Personen der Prioritätsgruppe 1 ihre erste Impfung erhalten haben”, so Mirko Dannenfeld. Der Leiter des Impfzentrums und sein Stellvertreter Joschka Schiller haben ein Büro im Impfzentrum, sind aber nicht fest in die Abläufe mit eingebunden. Sie sind permanent vor Ort und springen dort ein, wo Not am Mann ist und Fragen geklärt werden müssen. Die verbindliche Planung der Impftermine ist von den Ankündigungen der Impfstofflieferungen durch das Land Niedersachsen abhängig. „Das Terminportal braucht auch einen zeitlichen Vorlauf, da viele Personen ihre Terminbestätigung per Post erhalten wollen”, fügt Dannenfeld hinzu. Dass noch nicht alle möglichen Termine vergeben

seien, habe technische Gründe, so der Leiter. „Die Terminvergabe ist telefonisch oder über das Internet möglich. Sie sollen zu zwei Dritteln telefonisch und zu einem Drittel online vergeben werden. Die Onlinebuchungen sind stark nachgefragt. Bei der telefonischen Terminvergabe geht der Weg über die Hotline. Es tritt immer wieder auf, dass diese überlaufen ist.” Es bestehe auch die Möglichkeit, sich auf eine Warteliste setzen zu lassen. Mirko Dannenfeld ist federführend an der Terminplanung für das Lüneburger Zentrum beteiligt. „Der Ansturm ist groß, das merken wir auch durch direkte Anfragen. Einige Leute hängen seit Tagen in der Warteschleife.“ Doch die Rückstände in der Abarbeitung würden sich legen, versichert er. Zuletzt hatte auch der heftige Wintereinbruch zu Lieferverzögerungen geführt, so dass Impfungen verschoben werden mussten.

Personal ist geimpft

Der Impfstoff, der bisher aus den Niederlanden nach Lüneburg geliefert wurde, stammt von dem Hersteller Biontech und muss bei -70° C gelagert werden. In Lüneburg liegt er fünf Tage auf Trockeneis und kann weitere fünf Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden – nach zehn Tagen muss er verbraucht sein. Auch der Leiter des Impfzentrums hat schon zwei Corona-Impfungen erhalten. „Das Personal des Impfzentrums und die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen aus den mobilen Teams gehören zur Prioritätengruppe 1”, erklärt der 50-Jährige. Während bei ihm die erste Impfung ohne jede Impfreaktion verlief, hatte er nach der zweiten Impfung leicht erhöhte Temperatur und Schüttelfrost. „Das war eine typische Reaktion”, meint Dannenfeld. „Das ist völlig unproblematisch, es waren typische Begleiterscheinungen.” Sich impfen zu lassen, stand für den Beamten außer Frage. „Ich hatte gar keine Vorbehalte und Bedenken, ich habe mich auch viel informiert”, sagt er. Die Stimmung im Lüneburger Corona-Impfzentrum nimmt Mirko Dannenfeld als angenehm wahr. „Die Mitarbeiter sind in allen Bereichen sehr motiviert. Anstrengend war, dass sie nicht gleich impfen konnten, so hatte auch das Verwaltungspersonal eine Durststrecke. Aber alle haben dann bei der Vor- und Nachbereitung der Impfungen in den Altenheimen mitgeholfen, und die mobilen Impfungen konnten in Ruhe durchgeführt werden.” Die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, sei unter den älteren Menschen höher als bei den jüngeren, so Dannenfelds Eindruck: „Die ältere Bevölkerung ist viel aufgeschlossener, mit den Älteren hat man keine Diskussionen, auch wenn sie in den ärztlichen Gesprächen viele Nachfragen stellen.” Trotzdem sei es in wenigen Fällen vorgekommen, dass ein Bewohner eines Altenpflegeheims am Impftag einen Rückzieher gemacht habe.

Anfangs viele Impftouristen

Der so genannte „Impftourismus” war auch in Lüneburg zu Beginn ein Problem. Da Lüneburg eines der wenigen Impfzentren mit zu vergebenden Terminen in Niedersachsen war, holten sich Menschen aus anderen Landkreisen und sogar Peine oder Gifhorn Termine in der Hansestadt. „40 bis 50 Prozent der ersten Besucher waren nicht aus dem Landkreis Lüneburg”, weiß der Leiter, „das hat zu deutlichem Unmut geführt. In der Anfangsphase war das eine skurrile Situation aus Sicht der Lüneburger Bevölkerung.” Doch dem sei nun ein Riegel vorgeschoben worden, so dass Terminbuchungen nur noch für Einwohner aus dem Landkreis Lüneburg möglich seien. Als Ordnungsamtsleiter des Landkreises die Leitung des Corona-Impfzentrums übertragen bekommen zu haben, ist für Mirko Dannenfeld etwas Besonderes: „Das ist natürlich eine aufregende Geschichte, die wird man nur einmal im Leben machen.” Es mache Spaß, sich frei entfalten zu können, denn abgesehen von einigen Konzepten des Landes gebe es kaum Vorgaben. „Trotzdem ist es mir persönlich wichtig, wirtschaftlich zu handeln”, ergänzt er. Zunächst ist der Betrieb des Impfzentrums Lüneburg bis zum 30. Juni 2021 geplant – mit Option auf Verlängerung um weitere sechs Monate. „Wir gehen von einer Verlängerung aus. Wir werden gar nicht in der Lage sein, bis dahin alle geimpft zu haben”, meint Dannenfeld. Nachjustieren ist auch im Lüneburger Impfzentrum immer mal wieder angesagt. Schlangen von Wartenden sollen verkürzt werden, die Besucher werden inzwischen einzeln aufgerufen und persönlich in ihren Impfraum gebracht, wofür ein Ticketsys-tem eingeführt wurde. Auch drei Rollstühle wurden für weniger mobile Besucher angeschafft. „Das sind so Kleinigkeiten, die sich immer mal wieder zeigen. Aber der Ablauf steht”, bestätigt Dannenfeld. (JVE)

Welt-Kulturerbe:

Sind alle guten Dinge drei?

Die neuerliche Bewerbung Lüneburgs um die Aufnahme auf die Vorschlagsliste für den Unesco-Titel Weltkulturerbe ist nicht so chancenlos wie ursprünglich gedacht…„Wo die Ilmenau Kurs auf die Elbe nimmt und am Stintmarkt der Schein der Kerzen übers Wasser glimmt, so als spiegle sich darin jeder Stern am Himmelszelt, dort ist bestimmt der schönste Platz der Welt.“ Den Text der bekannten Lüneburg-Hymne (Musik von „Top for Tea“) würden wohl nicht nur die meis-ten Einheimischen selbst, sondern auch die zahlreichen Gäste der Stadt sofort unterschreiben. Für sie ist die einstige Salzmetropole (wann genau die Salzgewinnung in Lüneburg ihren Anfang nahm, ist ungewiss. Urkundlich erwähnt wird sie das erste Mal 956, als König Otto I. den Zoll der Saline dem Michaeliskloster zusprach) tatsächlich eines der schönsten Örtchen auf diesem Globus.

Geschichte verdichtet sich auf engstem Raum

Dass Lüneburg immer noch kein Weltkulturerbe ist, die Altstädte von Stralsund und Wismar aber schon – genauso wie beispielsweise Lübeck, Regensburg, Bamberg – würde darum viele vermutlich schwer wundern. Schließlich kann Lüneburg doch mit jeder Menge an großer Historie und schönen Bauten wuchern. Hier verdichtet Geschichte sich auf engstem Raum, ist das Ensemble weit mehr als die Summe seiner Einzelteile. Woran also hakt es, dass bereits zwei Versuche Lüneburgs, auf die Liste der UNESCO zu kommen, gescheitert sind? Und warum sollte es jetzt mit dem dritten Anlauf klappen? Schließlich hat sich so viel „Neues“ in Lüneburg nicht getan, und die Kriterien bleiben streng. Nachgefragt bei Museumsdirektorin Heike Düselder und Katrin Schmäl, Fachbereichsleiterin Kultur in der Hansestadt. Beide gehören sie der Arbeitsgruppe an, die den Antrag vorbereitet, der bis zum 31. März 2021 in Hannover vorliegen muss. Wie schätzen Sie die Chancen ein, auf die bundesweite Tentativliste (eine Vorschlagsliste für zukünftige Nominierungen zur Aufnahme in die UNESCO-Liste) zu kommen? Prof. Heike Düselder: „Zu Beginn unserer Arbeit an der Antragstellung war ich skeptisch, da ein Kriterium bei der Zusammenstellung der Vorschlagsliste ist, bislang unterrepräsentierte Kategorien wie zum Beispiel Stätten, die die Moderne des 20. Jahrhunderts dokumentieren, zu stärken. Unser Fokus liegt auf der Renaissance in Lüneburg. Denn bei einer Überprüfung aller Welterbestätten weltweit zeigt sich, dass die Renaissance nur marginal vertreten ist. Daher sind wir – die Arbeitsgruppe, die am Antrag arbeitet – nun etwas optimistischer. Lüneburg hat in dieser Hinsicht sehr viel zu bieten, unter anderem eine außerordentliche Dichte an denkmalwerter Bausubstanz aus dieser Epoche, die noch erhalten ist und in der auch gelebt und gearbeitet wird, zum Beispiel im Rathaus, aber auch in etlichen Privathäusern.“ Katrin Schmäl: „Lüneburg steht für einen eigenständigen Stadttyp Nordeuropas im Übergang vom späten Mittelalter zur Frühen Neuzeit, der sich dadurch auszeichnet, dass sich wirtschaftliche Prosperität auf der Grundlage der Lüneburger Saline mit einem politischen Selbstverständnis und Führungsanspruch verbindet und sowohl in der Architektur als auch in den archäologischen Zeugnissen und den kulturgeschichtlichen Artefakten noch sichtbar und bewahrt geblieben ist. Dieses Alleinstellungsmerkmal der Verbindung von Bildung, Wirtschaft und Politik und deren erhaltenen architektonischen Zeugnissen qualifiziert Lüneburg daher unserer Meinung nach zur Aufnahme auf die Tentativliste.“

Worauf liegt Ihr besonderer Fokus bei der neuerlichen Bewerbung Lüneburgs?

Prof. Heike Düselder: „Unser Fokus liegt auf dem Programm der ,Res publica’, der ,guten Regierung’. Das ist ein übergeordnetes Prinzip aus der Zeit der Renaissance, das sich in Lüneburg in der Architektur und Stadtplanung niedergeschlagen hat und bis heute sichtbar ist. Damit erfüllen wir zum Beispiel ein wichtiges Kriterium der Richtlinien für das Unesco-Weltkulturerbe: Für die Zeit der Renaissance lässt sich ein bedeutender Schnittpunkt menschlicher Werte in Bezug auf die Entwicklung der Architektur und des Städtebaus nachweisen. Man stellte den Reichtum aus dem Salzhandel nicht nur zur Schau, sondern investierte auch in die Sozialfürsorge, in den Betrieb von Hospitälern (zum Beispiel den Nikolaihof in Bardowick) und die Unterhaltung der zahlreichen Kirchen, Klöster und Kapellen. Ein weiterer Punkt: Die hohen Investitionen von kommunaler, aber auch von privater Seite in die Erhaltung der historischen Bausubstanz zeigen, dass ein Bewusstsein für die nachhaltige Denkmalpflege sehr ausgeprägt ist, und das hat in Lüneburg eine sehr lange Tradition.“

Was ist eigentlich so erstrebenswert, sich Weltkulturerbe nennen zu dürfen? Kurz: Wie könnten Lüneburg und die Lüneburger davon profitieren? Katrin Schmäl: „Die Auszeichnung als Weltkulturerbe ist für jede Stadt eine Bestätigung der Besonderheit und der Bedeutung der Bewahrung ihres reichen kulturellen Erbes. Sollte Lüneburg tatsächlich als Weltkulturerbe ausgezeichnet werden, würde dies unter anderem zu einem erhöhten Schutz der Bewahrung dieses reichen kulturellen Erbes führen. Zudem würden sich neue Möglichkeiten auf Ebene der Kulturförderung erschließen und sicher würde sich auch die Öffentlichkeitswirksamkeit vervielfachen, was wiederum auch positive wirtschaftliche Auswirkungen auf den Tourismus hätte. Allein durch die Antragstellung weist Lüneburg selbstbewusst auf sein besonderes und reiches kulturelles Erbe hin.“ Prof. Heike Düselder: „Auch kommende Generationen müssen sich dessen bewusst sein, was für ein einzigartiges kulturelles Erbe wir hier vor Ort haben. Das gilt es zu schützen und über weitere Jahrhunderte zu bewahren.“ (RT)

Rund ums Welterbe

Seit 1978 führt die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (Unesco) eine Liste des Welterbes. Darauf befinden sich „Zeugnisse vergangener Kulturen, materielle Spuren von Begegnungen und Austausch, künstlerische Meisterwerke und einzigartige Naturlandschaften“. In Deutschland finden sich aktuell 46 Natur- und Kulturerbestätten, die auf der Liste der Unesco stehen. Erster Schritt im Nominierungsverfahren sind nationale Vorschlagslisten, die „Tentative Lists“. In der Regel sollten Vorschlagslisten die Antragsplanung eines Zeitraums von ungefähr zehn Jahren abbilden. In Deutschland sind auf Grund der Kulturhoheit der Länder die Pflege von Denkmälern Angelegenheit der Bundesländer und ihrer Denkmalbehörden. Die Länder haben daher auch das Nominierungsrecht. Über den Antrag der Lüneburger Arbeitsgruppe wird das Land Niedersachsen im Oktober 2021 entscheiden. Sollte es Lüneburg auf die Liste schaffen, folgt 2023 die bundesweite Auswahl. Am 6. Juni wird in ganz Deutschland der Unesco-Welterbetag gefeiert – in diesem Jahr vor allem digital! Viele der 46 Welterbestätten in Deutschland wollen sich beteiligen.

 

Mehr Infos: www.unesco-welterbetag.de     www.welterbedeutschland.de.

Schlüssel

editorial

Auf der Suche nach dem Schlüssel, der geeignet ist, das Infektionsgeschehen einzudämmen, wird nun die flächendeckende Nutzung von Schnelltests in die Diskussion gebracht. Es gibt Modelle (z.B. in Tübingen), die Mut zu der These machen, dass regelmäßig selbstvorgenommene Tests trotz einer möglicherweise deutlichen Fehlerquote eine Früherkennung und damit eine Unterbrechung der Infektionskette möglich machen könnten. Man könnte es einen weiteren hilflosen Versuch der Regierung nennen – wer aber mag aufstehen und den Schlüssel präsentieren? Irgendwann wird möglicherweise auch das Auf und Ab der Infektionszahlen zum Tagesgeschehen gehören, den gleichen Stellenwert wie Influenza einnehmen (die auch wie zuletzt 2017/2018 als „Ausreißer nach oben” mehr als 25.000 Menschen das Leben kostete) und Corona mit Impfungen und Medikamenten in Schach gehalten werden können. Im aktuellen Geschehen ist jedenfalls die Region Lüneburg, Uelzen, Winsen gut und engagiert gerüstet, das, was an Impfstoff zu ergattern ist, auch zu verimpfen. Ein Bericht aus dem Geschehen des Lüneburger Corona-Impfzentrums ab Seite 6. Randgeschehen: Impftouristen und andere Unberechtigte abweisen, sich Hackern und Betrügern erwehren, gefälschte Impfstoffangebote im Internet stoppen, Zoombombing ahnden, zunehmende Gewalt hinter Haustüren erkennen, illegalen internationalen Welpenhandel unterbinden und vieles mehr. Das flüssige Gold lockt; Interpol-Chef Jürgen Stock warnte kürzlich in der Wirtschaftswoche vor einer „Parallel-Pandemie des Verbrechens“. Es gibt sie bereits.

Als ob das (Über-) Leben für Betroffene nicht schon schlimm genug wäre.

Apropos Schlüssel: Es gibt auch frohe Neuigkeiten zum Thema Schlüssel: Zum Beispiel bei der Großbaustelle Arena Lüneburger Land. Wie die Pressestelle des Landkreises Lüneburg mitteilt, ist die Schlüsselübergabe für die Arena an den Eigentümer Landkreis und an den Betreiber Campus Management GmbH für Ende Juli 2021 geplant. Was in der Veranstaltungshalle dann letztlich umgesetzt werden kann, ist abhängig von Covid-19, an Ideen mangelt es jedenfalls nicht. Ein Nutzer der Arena steht auf jeden Fall in den Startlöchern: Es ist Bundesliga-Volleyball der SVG, der sich aktuell im spannenden Kampf um die Playoff-Teilnahme befindet (Seite 10).

Veranstaltungen unter Vorbehalt. Dieser Zusatz wird uns noch eine Zeitlang begleiten, besonders im Terminkalender. Gleichwohl ist die Kulturszene der Region ideenreich und engagiert dabei, immer wieder neu zu denken, nachzulegen, umzubauen. Wir hoffen auf den baldigen Startschuss, wieder mit frisch geschnittenen Haaren und gut gestylt Kultur, Gastronomie und Shopping genießen zu können. In diesem Sinne wünschen wir uns allen einen schönen Frühling.

Eure stadtlichter