Mit Fruchtgummis
Sie sind bunt, sie sind süß und sie schmecken prima, die Gummibärchen. Sie treffen sich jetzt mit anderen Fruchtgummis in zahlreichen Formen in einem eigenen Gummibärchenladen in Lüneburg. Q-Guide hat den Ladenbesitzer besucht und ihn über seine Gründung befragt. Der gelernte Groß- und Außenhandelkaufmann Hans Peter Fischbuch, 48, aus Bardowick hatte schon früh die Idee, sich selbstständig zu machen. Doch ein guter Job im Kfz-Handel hielt ihn zuerst davon ab. Erst als er arbeitslos wurde, kam er auf diese Idee zurück. Die Suche nach einem Partner brachte ihn auf ein Franchise-Portal im Internet …
Herr Fischbuch, wie sind Sie ausgerechnet auf Gummibärchen gekommen?
Hans Peter Fischbuch: „Vor rund 10 Jahren habe ich in Wolfsratshausen einen Menschenauflauf vor einem Geschäft entdeckt. Ich war neugierig und trat in ein Geschäft mit Gummibärchen ein. Vom ersten Moment an, war ich begeistert von der Auswahl und den tollen Geschenkideen. Als ich dann im Franchiseportal diese Geschäftsidee wieder entdeckte, nahm ich sofort Kontakt auf.“
Wie haben Sie sich persönlich auf die Gründung vorbereitet?
„Die Idee ist Anfang des Jahres 2008 konkret geworden. Im Juni habe ich mich dann in der Gründungswerkstatt angemeldet. Der rege Austausch und das Feedback der Gruppenmitglieder haben mich bei den Vorbereitungen unterstützt. Heute profitiere ich von dem dadurch entstandenen Netzwerk. Die Dozenten haben mein kaufmännisches Wissen im Seminarteil aufgefrischt und natürlich habe ich dort meinen Business-Plan erstellt.“
Stichwort „Franchise“, wie muss man sich das vorstellen?
„Ich erhalte vom Franchisegeber, den Markennamen und verpflichte mich damit das Gummibärchensortiment nur von ihm abzunehmen. Auch Randsortimente, wie Porzellan und Glückwunschkarten bestelle ich über den Hauptlieferant. Weitere Produkte darf ich nur in Absprache mit meinem Vertragspartner ins Warenangebot aufnehmen. Auch die Ladenausstattung ist durch den Franchisegeber festgelegt. Die geschäftlichen Vereinbarungen bestehen aus Geben und Nehmen, dabei fühle ich mich fair behandelt.“
Erklären Sie bitte kurz Ihr Konzept …
„Ich biete in meinem Laden eine Vielfalt an Fruchtgummis. Rund 70 Sorten sind im Programm. Neben offene Waren zum Selber mischen, heben wir uns durch einen besonderen Service von anderen Süßwarengeschäften ab. Wir bringen Süßes in eine andere Form: Aus essbaren „Mäusen“ und Fruchtgummis wird eine Torte. Pizzen, Spieße und Herzen sind in Folie verpackt eine nette Geschenkidee. Der Tisch im Schaufenster zeigt viele Ideen mit denen ich Stammkunden gewinnen möchte.“
Wie viele andere Gummibärchenläden gibt es noch in Deutschland?
„Der Franchisegeber hat noch 16 weitere Filialen in unserem Lande, davon drei im Norden. Die Geschmacksrichtungen sind regional sehr unterschiedlich.“
Was wird bei Ihnen nachgefragt?
„Die Lakritzfans leben anscheinend vermehrt im Norden, deshalb werde ich demnächst noch mehr Sorten anbieten können. Bei den Fruchtgummis sind zurzeit das Zitronensorbet, Cappuccino und Holunderblüte mit Vanille die Renner. Extra-Sorten für Diabetiker und Fruchtgummi ohne Gelatine ergänzen das Sortiment. Für Fans der süßen Kakaomasse haben ich sogar eine kleine Auswahl an hochwertiger Schokolade und Trinkschokolade.“
Wie haben Sie den Standort ausgewählt?
„Toll wäre natürlich eine 1a-Lage im Kern Lüneburgs gewesen, doch es waren keine Geschäftsräume in passender Größe zu einer erschwinglichen Miete frei. Daher habe ich mich auf die 1b-Lage konzentriert und nach mehreren Besichtigungen mein Ladengeschäft an der Schrangenstraße 5 gefunden.“
Wie haben Sie ihre Idee finanziert?
„Für die Investitionen habe ich einen Kredit bei der Hausbank aufgenommen, dazu waren mehrere Gespräche nötig. Aufgrund meiner schlanken Kostenstruktur und der zu bisherigen Kundenresonanz erwarte ich eine schnelle Tilgung der Investition.“
Wie werben Sie?
„In meinem Konzept gibt es ein gesondertes Budget für Werbung und dieses möchte ich in Anzeigen- und Kinowerbung einsetzen. Nebenbei entsteht noch eine Homepage.“
Was würden Sie anderen Gründern raten?
„Um seine Idee zu prüfen, würde ich immer wieder von branchenfremden Personen eine objektive Rückmeldung einholen. Freunde sind da nicht neutral genug. Deshalb viele verschiedene Personen fragen. Mir hat die Gruppe in der Gründungswerkstatt sehr viel Motivation gebracht.“ (CD)
www.gruendungsnetzwerk.de
