Blutprobe als Einstellungstest
Für einen Piloten ist es selbstverständlich, einen Sehtest zu machen, um dem Arbeitgeber zu versichern, dass die Passagiere sicher von A nach B gelangen. Die Blutprobe eines Arztes zeigt, ob er sich eine ansteckende Krankheit zugezogen hat. Doch Gesundheitschecks bei Bewerbern vor der Einstellung (!) nehmen stetig zu, beklagen die Gewerkschaften. Dabei geht der Gesundheitszustand eines Jobsuchenden potenzielle Chefs nichts an, ausgenommen, dass Bewerber so krank sind, dass sie ihren arbeitsvertraglichen Pflichten nicht nachkommen können oder andere gefährden. Trotzdem gibt es durchaus Berufe, bei denen Arbeitnehmer ein Interesse an den Tests haben, zum Beispiel Mitarbeiter eines Atomkraftwerks oder einer Forschungsabteilung mit hohem Infektionsrisiko. „Denn nur die Mitarbeiter, die nachweisen können, dass sie vor ihrer Tätigkeit gesund waren, haben einen Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld, falls sie berufsbedingt erkranken“, betont Helmut Platow, Chefjurist bei der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. (LS)