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Poker: The Big Blind

Seit einiger Zeit greift das Glücksspiel Poker erbarmungslos um sich und bringt immer mehr Leute an den Tisch, an den Computer, an die Automaten, ins Casino oder in den Keller … Doch viele kennen die korrekten Regeln des derzeit meist gespielten Kartenspiels nur ungenau oder gar nicht ... Poker hat sich inzwischen einen festen Platz in unserer Medienlandschaft erobert und ist bei einigen TV-Sendern ein fester Bestandteil des Programmangebots. Übrigens könne man, laut eines bekannten Pokerkommentators, das Spiel an sich und die Regeln in einer Minute erlernen, jedoch reiche ein ganzes Leben nicht aus, um das Pokerspiel perfekt zu beherrschen.

Auch wenn dem so sei, sollte man sich, bevor man mit dem Pokerspielen beginnt, mit den Poker-Regeln, den verschiedenen Pokerhänden und der Terminologie vertraut machen. Die populärsten Pokerspielvarianten sind momentan Texas Hold’em, Omaha Poker, Stud Poker und das klassische Draw Poker. Da Texas Hold’em weltweit die populärste ist, konzentrieren wir uns auf diese Variante.

Eigenartigerweise gibt es keine allgemein anerkannte, gültige Anleitung, wie man Poker spielt. Es zeichnet sich dadurch aus, das in diesem Spiel viele Merkmale von anderen Kartenspielen stecken.

Die Spieler

Die Zahl der Spieler kann von zwei Spielern, als heads-up bekannt, bis zu 10 Spieler in den Single-Table-Turnieren (SNG) variieren. In einem Multi-Table-Turnier (MTT) ist die Anzahl der Spieler praktisch unbegrenzt und hängt von den Vorgaben des Turnierorganisators ab. In vielen Multi-Table-Turnieren besteht für mehrere Tausend Spieler die Möglichkeit teilzunehmen. In einem 10-Spieler-Turnier teilen sich die ersten drei Spieler das komplette Preisgeld. Das Preisgeld setzt sich aus dem „Buy in“ aller an dem Turnier teilnehmenden Spieler zusammen und die Summe wird entsprechend dem Verteilungsschlüssel unter den ersten 3 Plätzen aufgeteilt. Üblicherweise bekommt der erste Spieler 50, der zweite 30 und der dritte 20 Prozent des Preisgeldes.

Poker Hände

Normalerweise spielt man Poker mit 52 Karten. Jeder Spieler muss versuchen aus den fünf Karten in der Mitte (Community Cards) und den zwei Karten auf der Hand (Hole Cards) das bestmögliche Blatt zu bilden. Das Blatt kann folgende Kombinationen bilden: beide Karten auf der Hand und drei Gemeinschaftskarten, eine der Karten auf der Hand und vier der Gemeinschaftskarten oder keine der zwei Hole Cards, dafür aber alle fünf Gemeinschaftskarten (Community Cards).

Poker-Hand-Beschreibung

Die Texas Hold’em-Rangfolge ist in verschiedenen möglichen Kartenkombinationen festgelegt:

 


Royal Flush:

10, Bube, Dame, König und As derselben Farbe. Die bestmögliche Kartenkombination.


Straight Flush:

Straße, bei der alle 5 Karten in der gleichen Farbe sind, z.B. 9, 10, Bube, Dame, König (die beste Variante); Ass, 2, 3, 4, 5 (die schlechteste Variante)


Vierling (Four of a kind):

4 Karten der gleichen Ranghöhe/Wertigkeit.


Full House:

3 Karten (Drilling) einer Ranghöhe und 2 Karten (1 Paar) in einer anderen Ranghöhe, z.B. K, K, K, 3, 3. Wenn mehr als ein Spieler ein Full House hat, gewinnt das Full House mit dem höheren Drilling.


Flush:

5 Karten der gleichen Farbe. Wenn mehr als ein Spieler einen Flush hat, gewinnt das Flush mit den(r) höheren Karte(n).


Straße (Straight):

5 Karten in einer Reihe (z.B. 5, 6, 7, 8, 9). Die Karten können in jeder beliebigen Farbe sein. Das As kann man sowohl in der höchsten Straße benutzen (10, B, D, K, A) als auch in der kleinsten (A, 2, 3, 4, 5).


Drilling (Three of a kind):

3 Karten der gleichen Ranghöhe/Wertigkeit.


2 Paar (Two pairs):

Wenn 2 Spieler 2 Paar haben, gewinnt derjenige, der das höchste Paar hat. Wenn beide ein gleich hohes Paar haben, gewinnt derjenige, der das höchste 2. Paar hat. Wenn beide die gleichen Paare haben, gewinnt derjenige, der die höchste 5. Karte hat. (Kicker)

 

 

1 Paar (A pair):

2 Karten der gleichen Ranghöhe/Wertigkeit. Wenn 2 Spieler das gleiche Paar haben, gewinnt derjenige, der die höchste Beikarte hat.

 

 

Höchste Karte (High card):

Die Hand mit der höchsten Karte gewinnt.

 

 

 

Das erste Spiel – Schritt für Schritt

Stellt Euch vor, Ihr nehmt an einem 10-Spieler-Online-Turnier teil. Nachdem Ihr Euch für das Turnier (Spiel) registriert und den „Buy in“ entrichtet habt, teilt man Euch und den anderen Spielern die Plätze am Tisch zu.

1. Das Spiel beginnt, nachdem der sogenannte 'Dealer' bestimmt wurde, zu erkennen an einem mit 'D' markierten Button. Um den Dealer zu bestimmen wird einmalig am Anfang des Spiels ein Dealer ausgelost. Oft wird an jeden Spieler eine Spielkarte verteilt, die höchste Karte übernimmt dann in der ersten Bietrunde die Position des Dealers. Dadurch ergibt sich auch die erstmalige Position des Small Blinds und des Big Blinds – links neben dem Dealer befindet sich der Small Blind, links neben dem Small Blind befindet sich der Big Blind.

Beim Blind handelt sich um eine Art Grundeinsatz, den jeder im Laufe einer Bietrunde, nach einem im Uhrzeigersinn rotierenden System, einmal zahlen muss. In jeder Runde zahlt ein Spieler am Tisch den Big Blind (BB) und einer den Small Blind (SB). Der BB ist doppelt so groß wie der SB und ist somit genauso hoch wie der 'kleine Einsatz' in einem Limit Spiel. Der BB und SB wird gezahlt, bevor sich die Spieler ihre Hole-Cards ansehen. Die anderen Spieler können nun durch ein Gebot, das mindestens so hoch sein muss, wie der vom BB zu entrichtende Grundeinsatz, entweder mitgehen (call), erhöhen (raise) oder die Karten weg legen (fold). Sollte niemand raisen, muss der Spieler in der SB-Position nur die Differenz zum BB zahlen, um im Spiel zu bleiben.

2. Danach werden die Karten für die erste Spielrunde verteilt, jeder Spieler erhält zwei Karten, die sogenannten Hole Cards, die nur für ihn einsehbar sind. Der Spieler, der links neben dem BB sitzt, eröffnet die Bietrunde. Die Blinds und der Dealerbutton rotieren bei jeder Runde im Uhrzeigersinn. Die Person links neben dem Dealer setzt den SB (die Hälfte der Summe vom BB), und die Person links vom SB zahlt den BB. In der ersten Bietrunde muss der Spieler zur Linken des BB als erstes bieten, der BB gibt sein Gebot als Letzter ab. In allen nachfolgenden Runden muss der SB sein Gebot als erstes abgeben und der Dealer als letztes.

3. Wenn Ihr an der Reihe seid, könnt Ihr den bisherigen Einsatz bezahlen (call), ihn erhöhen (raise) oder aus dem Spiel aussteigen (fold). Wenn Ihr aus der Position SB spielt, müsst Ihr die Hälfte der vom BB als Grundeinsatz gesetzen Summe bieten, um die nächsten Karten zu sehen. Wenn Ihr den BB gesetzt habt, müsst Ihr zu diesem Zeitpunkt nur dann ein weitere Gebot abgeben, wenn einer der Spieler vor Euch geraist hat. Sollte jemand vor Euch erhöhen (raise), müsst Ihr, um weiterhin im Spiel zu bleiben, nur die Differenz zwischen der Summe die Ihr bereits als Grundeinsatz gezahlt habt und des, durch die Erhöhung entstandenen Betrages zahlen. Ihr könnt aber auch weiter erhöhen (re-raise) oder aus dem Spiel aussteigen (fold).

4. Flop – sind drei Community Cards, die offen auf dem Tisch liegen. Jeder Spieler am Tisch, der vorher nicht aus dem Spiel ausgestiegen ist, kann diese Karten benutzen, um seine Hand zu verbessern. Jetzt beginnt die zweite Bietrunde. Sollte hier niemand bieten und alle Mitspieler checken, könnt Ihr Euch die nächste Karte, die vierte Communitykarte – den „Turn“, ansehen, ohne weiteres Geld in den Pot einzuzahlen. Sollte jemand einen Bet (ein Gebot) abgeben, habt Ihr wieder verschiedene Möglichkeiten: erhöhen (raise/re-raise), mitgehen (call) oder aus dem Spiel aussteigen (fold).

5. Der Turn: Die vierte Communitykarte wird offen zu den anderen Communitykarten auf den Tisch gelegt. Jeder Spieler am Tisch, der vorher nicht aus dem Spiel ausgestiegen ist, kann diese Karte zusammen mit den drei Karten auf dem Flop benutzen, um seine Hand zu verbessern. Jetzt beginnt die dritte Bietrunde. Sollte hier niemand bieten und alle Mitspieler checken, könnt Ihr Euch die nächste Karte (die fünfte Communitykarte – den „River“) natürlich wieder ansehen, ohne weiteres Geld in den Pot einzuzahlen. Sollte jemand einen Bet (ein Gebot) abgeben, stehen Euch wieder unterschiedliche Reaktionsmöglichkeiten zur Verfügung: erhöhen (raise/re-raise), mitgehen (call) oder aus dem Spiel aussteigen (fold).

6. River: Die fünfte und die letzte Communitykarte wird offen zu den anderen vieren auf den Tisch gelegt. Jeder Spieler am Tisch, der vorher nicht aus dem Spiel ausgestiegen ist, kann diese Karte zusammen mit den vier vorhandenen Karten (drei Karten aus dem Flop, eine Karte aus dem Turn) benutzen, um seine Hand zu verbessern. Somit beginnt jetzt die vierte Bietrunde. Sollte hier niemand bieten und alle Mitspieler checken, werden die Karten aufgedeckt und der Pot an den Gewinner ausgezahlt. Sollte jemand ein Gebot abgeben könnt Ihr wieder unterschiedlich reagieren: erhöhen (raise/re-raise), mitgehen (call) oder aus dem Spiel aussteigen (fold). Nach allen Bietaktionen, decken die verbleibenden Spieler ihre Karten auf und der Gewinner erhält den Pot.

7. Wenn während einer beliebigen Runde nur ein Spieler einen Einsatz bietet und alle anderen steigen aus (fold), ist das Spiel an diesem Punkt beendet und der Spieler, der geboten hat, erhält den kompletten Pot. Der Gewinner kann seine Karten zeigen oder sie verdeckt zurückgeben (mucking).

8. Nachdem der Gewinner der Hand feststeht, startet eine neue Hand und der oben beschriebene Prozess beginnt von vorne.

Das Turnier (Spiel) ist dann beendet, wenn ein Spieler die kompletten verfügbaren Chips besitzt und er damit den letzten Gegenspieler eliminiert hat.

Spielen in „Brick & Mortar“

Brick and Mortar heißt frei übersetzt Stein und Mörtel und wird als umgangssprachliche Bezeichnung für Spielcasinos verwendet. Viele Casinos haben mindestens einmal die Woche ein Anfängerturnier mit niedrigem „Buy in“ im Angebot. Der Spielverlauf ist in Casinos etwas weniger hektisch, weil ein realer Mensch die Karten mischt und verteilt. Was die Regeln angeht, gibt es zwischen den einzelnen Casinos gravierende Unterschiede, deshalb solltet Ihr Euch stets vorm Spiel informieren, welche speziellen Regeln zu beachten sind. Zum Beispiel könnte es während eines Turniers mit niedrigen Einsätzen oder während eines Anfängerspiels vorkommen, dass der Dealer Euch bittet, die Karten für den ganzen Tisch und auch für sich selbst zu verteilen (self deal).

 

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