Heute schon eingelocht? - Wissenswertes über Golf
Ob Golf seinen Ursprung nun in Persien, Ägypten, dem alten Griechenland oder im antiken Rom hat, ist nicht überliefert. Bekannt ist allerdings, dass das erste nachweisbare Golfspiel 1297 in den Niederlanden stattfand, derzeit noch mit vereinfachten Regeln: Zwei Mannschaften mit je vier Spielern beförderten einen Holzball mit möglichst wenigen Schlägen zu einem vorher bestimmten Ziel. Die heutigen Grundregeln haben ihren Ursprung, soviel ist bekannt, in Schottland. Mit der Gründung des Clubs von St. Andrew 1754 sind sie mit geringen Abweichungen noch heute gültig.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts erreichte diese Sportart, die derzeit noch die Freizeitbeschäftigung der Schönen und Reichen war, Deutschland. Lange also, nachdem man schon in Bombay oder Kalkutta die Schläger schwang, denn dort etablierten bereits Kolonialherren das Spiel um die kleine harte Kugel. Mittlerweile hat der Golfsport auf jedem Kontinent des Globus Einzug gehalten – ausgenommen der Antarktis – woran das wohl liegen mag?
18 Löcher übers Grün
Bei fast allen anderen Ballsportarten gibt es klare Vorgaben für die Beschaffenheit des Spielfeldes. Nicht so beim Golf. Und genau darin liegt der Reiz: In der Unterschiedlichkeit der Plätze. Spricht der „Pro“ (Fachjargon für Profi) davon, 18 „Löcher“ zu gehen, sind die 18 Bahnen gemeint, die zwischen 80 und 550 Meter lang sind. Von denen gibt es drei Kategorien mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Par 3, Par 4 und Par 5 (Abkürzung für Proffessional Average Result). Je höher die erzielte Par-Zahl, desto fortgeschrittener der Spieler.
Das Rüstzeug ist das A & O
Ein unhandliches, sackartiges Gebilde, eine Vielzahl von Schlägern und anderen Utensilien sind es, die ein Golfer bei der Ausübung seines Tuns mit sich schleppt. Im Klartext: Um verschiedene Entfernungen zu bewältigen, bieten sich unterschiedliche Schläger an. Ein Satz besteht aus 14 Schlägern. Drei Hölzer – so benannt, da der „Kopf“ damals aus Holz bestand – neun Eisen, einem sogenannten Pitching- und einem Sand-Wedge. Dazu kommt ein Putter. Nicht zu vergessen: Die korrekte Kleidung. Zwar gibt es offiziell keinen festen Dresscode. Ein Verstoß gegen die Etikette käme dennoch einem mittelschweren Fauxpas gleich. Zumindest sind, sofern man regelmäßig spielt, einige Dinge tatsächlich sinnvoll: Ein Handschuh für die obere Hand dient dem festeren Griff, Golfschuhe mit kleinen Spikes sorgen für festen Halt bei den Drehbewegungen, dazu bequeme Regenkleidung sowie ein Regenschirm (!) und ein Handtuch, wenn das Wetter mal wieder nicht mitspielt. Außerdem gehören Bälle, Tees, Pitchmarkgabel, Ballmarker, Score-Karte und ein Bleistift dazu. So ausgerüstet, kann man sich zumindest optisch mit den „Pros“ messen. Letzten Endes entscheidet über das wahre Können natürlich Talent und intensives Training. (EM)
Kleines Golflexikon
Albatross: 3 Schläge unter Par
Ass: Lochgewinn mit einem einzigen Schlag, auch „Hole in One“.
Eagle: 2 Schläge unter Par
Birdie: 1 Schlag unter Par
Par: Erreichen der vorgegebenen Schlagzahl
Bogey: 1 Schlag über Par
Double Bogey: 2 Schläge über Par
Triple Bogey: 3 Schläge über Par
Bunker: Vertiefung im Boden, meist mit Sand gefüllt
Divot: Ausgeschlagenes Rasenstück
Driving-Range: Übungsanlagen
Fairway: Spielbahn zwischen Abschlag und Grün, auf der das Gras kurz geschnitten wird.
Fore: Warnruf, dass ein anderer Spieler in der Gefahr schwebt, von einem Ball getroffen zu werden.
Handicap: Anzahl der Schläge, die der Spieler mehr benötigt, als der Standart des Platzes vorgibt
Iron: Golfschläger mit einem Metallkopf
Pitchmarkgabel: Werkzeug mit dem Einschlaglöcher auf dem Grün repariert werden
Putter: Schläger zum einlochen
Score-Karte: Karte, auf der die Schlagzahl für jedes Loch eingetragen wird.
Tee: Holzstift, auf den der Ball beim ersten Abschlag gelegt wird
Tiger: Ein ungewöhnlich guter Spieler
