Heiße “Fuenf Grad”
Hip Hop und Rap ist Sascha Herrmanns Steckenpferd. Er schreibt seine Songs selbst, nennt sich „Fuenf Grad“ und ist in Lüneburg und Umgebung kein Unbekannter mehr. Sein aktueller Song „Die bittere Welle“ geht unter die Haut. Grund genug für stadtlichter mit dem Auszubildenden über seine Musik und andere Dinge zu sprechen. Der 21-jährige gebürtige Oldenburger lebt seit 16 Jahren in Lüneburg, hat seit sieben Jahren Lust auf Hip Hop und Rap. Mittlerweile hat Sascha Herrmann, alias Fuenf Grad, über 50 Songs zu Papier gebracht.
In ihnen finden die Gedanken Platz, die durch seinen Kopf schwirren. Alltagsszenen, die jeder von uns kennt – und manchmal auch intime Gedanken ...
Sascha, warum interessierest Du Dich für Musik?
Sascha Herrmann (grient): „Ich habe versucht ein Instrument zu lernen, aber das hat nie wirklich hin gehauen. Okay, Blockflöte ging, aber zu mehr reichte es nicht. Aber trotzdem bin ich musikalisch, fand das Fach Musik in der Schule interessant – und irgendwann habe ich dann mit dem Sprechgesang angefangen.“
Sind alle Texte von Dir?
„Ja, so schwierig ist das gar nicht. Aus den Hits der 80er Jahre und klassischen Songs schneide ich mir Melodieteile heraus, daraus kreieren ich einen neuen Song mit deutschem Text.“
Was beinhalten Deine Texte?
„Situationen mit Freunden, Party-Erlebnisse, Frauen, Probleme, Freude und Ängste – der Gesang ist für mich das beste Ventil, um Dinge zu verarbeiten.“
Bist Du immer allein am Start?
„Meistens schon, aber manchmal singen Kumpels oder Frauen mit einer schönen Stimme mit.“
Wie bist Du auf den Sprechgesang gekommen?
„Die Art von Musik ist relativ simpel. Du erarbeitest einfache Gedichte, trägst diese rhythmisch vor – es ist eine gute Art, um sich kreativ unkompliziert auszudrücken.“
Warum nennst Du Dich Fuenf Grad?
(lacht): „Ehrlich gesagt weiß ich das auch nicht. Beim Jobben im Lager ist mir der Name einfach eingefallen. Ich dachte mir, für meine Art von Musik ist ein Pseudonym üblich, denn der Name Sascha Herrmann ist vielleicht nicht so der Renner.“
Was empfindest Du, wenn Du singst – oder besser sprichst? (Gelächter)
„Durch die Musik kann ich mit einigen Dingen abschließen. In Gesprächen kann man vieles klären, doch ein persönliches Lied hat eine besondere Note, denn du hälst die Gedanken schriftlich fest.“
Werden Deine Texte von Dritten manchmal auf die Goldwaage gelegt?
„Wenn ich über Partys und Frauen rappe, dann könnte durch die Texte der Eindruck entstehen, ich wäre von mir selbst sehr überzeugt, dabei soll es vielleicht nur Unterhaltung ohne hintergründigen Sinn sein. Deshalb ist mir die Mischung aus Unterhaltung und Lieder zum Nachdenken unheimlich wichtig.“
Wo kann man Dich hören?
„Ich trete regelmäßig in meiner ehemaligen Schule, der Herderschule, auf. Aber auch bei Partys oder Stadtfest bin ich dabei, das macht schon eine Menge Spaß. Außerdem habe ich meine Musik kostenlos ins Internet gestellt, unter www.lgrc.de gibt es drei Archive.“
Was hast Du mit Deiner Musik noch vor?
„Ich mache momentan meine Musik für meine Freunde und mich, aber natürlich bin ich für alles dankbar, was mich nach vorne bringt. Ich bin jedoch nicht der Typ, der in fünf Jahren der neue Superstar ist.“
Und was machst Du, wenn Du Dich nicht um die Musik kümmerst?
„Ich mache eine Ausbildung zum Industriekaufmann, spiele außerdem beim TSV Mechtersen/Vögelsen Fußball. Am liebsten treffe ich mich in meiner Freizeit mit Kumpels und habe mit ihnen einfach nur Spaß.“ (VM)
